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Editorial

Keine Chance den Mythen des Untergangs

und dann auch noch unverändert abdrucken. Im Folgenden machen wir eine Ausnahme und zitieren gleich einen gesamten Absatz. Vollständig lautet er: „Eine gelungene Zukunft beruht auf dem Mut, die Angst zu überwinden – auch wenn diese gerade wieder groß ist. Viele Unsicherheiten, die derzeit das Leben bestimmen, werden von den Finanzmärkten diktiert. Fragen überschatten uns und lassen schnell vergessen, dass es mehr gibt, als die täglichen Schlagzeilen: Ein positives Lebensgefühl und persönliche Beziehungen sind unabdingbar für einen geraden Weg ins Morgen. Auch die Besinnung auf Traditionen und den Wert guter Marken sind Pfeiler, auf die man bauen kann. Beide sind weit davon entfernt, cool oder vordergründig sein zu müssen. Sie geben Halt, wenn das Geschrei mal wieder groß ist, sie überleben Krisen und zeigen der Angst die Stirn. Wer sich auf Bewährtes und Erprobtes besinnt, lässt Untergangsmythen keine Chance.“

Doch, so etwas steht in Pressemitteilungen. Der Absatz geht den Trevira Trends in Living 2012/2013 von Anja Greger voraus, in denen die Farben und Haptiken der kommenden Saison dargestellt werden (s. S. 22-23). Der Text ist umso erstaunlicher, weil nicht so getan wird, als seien Farbtrends das Bedeutsamste, das sich denken lässt. Der Text ist erstaunlich, weil darin eben keine heile PR-Welt dargestellt wird, weil gar nicht geleugnet wird, dass die Zeiten, in denen wir leben, unsicher sind. Wer derzeit die Nachrichten sieht, mag sich fragen, wohin das alles führen wird. Jenseits der kurzatmigen neusten Meldung gibt es aber immer auch etwas von Dauer, und das ist eben nicht die jeweils neuste Mode.

Jeder hat seine eigenen Pfeiler, an denen er sich festhält, wenn die Wellen wieder einmal hoch schlagen: einen geliebten Menschen, eine Familie, eine Philosophie, einen Wert, eine Überzeugung, einen Glauben, eine Leidenschaft oder was es auch sein mag. Nur so ist es wahrscheinlich möglich, auch dann gelassen zu bleiben, wenn Angst und Unsicherheit drohen, alles andere zu überschatten. Lassen Sie sich nicht verrückt machen von Geschrei, und erteilen Sie denen eine Abfuhr, die den Untergang predigen. Wir wünschen Ihnen solch einen Pfeiler – oder am besten gleich mehrere davon, und freuen uns darauf, Sie alle im Januar auf den Messen der Branche gesund und guter Dinge wiederzusehen.

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Alexander Radziwill, Redakteur
radziwill@meininger.de
   
   Birgit Jünger, Chefredakteurin
   juenger@meininger.de
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