Redaktion EURODECOR
Birgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
Alexander Radziwill | Redakteur | radziwill@meininger.de
Nicole Stolpmann | Redakteurin | stolpmann@meininger.de

Ausgabe 05/2017

Gute Nachrichten vom Sonnenschutz: Es geht ihm insgesamt gut. Die Mitglieder des Verbands innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (ViS) vermelden ein Umsatzwachstum von insgesamt 5,4 Prozent für das Gesamtjahr 2016. Rollo, Plissee und Wabenplissee bleiben bei den Verbrauchern beliebt, und auch die Jalousie kann ein Umsatzwachstum von zwei Prozent vorweisen. Die Vertikal-Lamelle dagegen musste im zweiten Halbjahr Federn lassen, was zu einem Umsatzverlust (minus 1,5 Prozent) im Gesamtjahr führte. Gründe hierfür werden in einem instabilen Objektmarkt gesehen. Flächenvorhänge haben es weiter schwer: Der Umsatz ging um 12,3 Prozent zurück – ein negatives Ergebnis bereits im dritten Jahr in Folge. „Diese Produktgruppe hat mit nur sechs Prozent den kleinsten Umsatzanteil und steht aufgrund eines Überangebotes im Markt unter großem Wettbewerbsdruck“, erklärt der ViS.

Im nächsten Jahr stehen für die Sonnenschutz-Branche die Messen R+T und Heimtextil an. Viele bekannte Namen wie Kadeco/erwilo, MHZ oder auch erfal sind wieder mit dabei, nicht so die Teba aus Duisburg. Sie will stattdessen ein eigenes Projekt ins Leben rufen, über dessen Beschaffenheit noch nichts bekannt ist. Das neue Konzept soll die Teba-Kunden „in individueller und zeitgemäßer Weise“ erreichen und die Kundennähe wiederherstellen, „die sich durch den dauerhaften Besucherrückgang für die gesamte Branche bei den traditionellen Messen entwickelt“ habe. Je nachdem, wie das ankommt, soll über eine Teilnahme an der Heimtextil Messe 2019, wo alles ein bisschen anders als bisher sein soll, dann erneut entschieden werden. Was plant Teba? Eine Roadshow? Eine Hausmesse? Eine virtuelle Sonnenschutz-Vorstellung? Oder etwas ganz anderes? Im dritten Quartal soll es zum neuen Konzept weitere Informationen und Einladungen für die Kunden geben. Einstweilen werfen wir in dieser Ausgabe ab Seite 20 einen Blick auf Markisen, Sonnen- und Insektenschutz. Ihnen dürfen wir schöne, hoffentlich sonnige und umsatzstarke Tage wünschen

Alexander Radziwill

Ausgabe 04/2017

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Kundengewinnung und Kundenbindung durch diese Ausgabe. Beide Aspekte standen auf vielen der Veranstaltungen, die wir im vergangenen Monat für Sie besucht haben, im Mittelpunkt. „Kundenansprache und Kundenbindung nehmen einen immer höheren Stellenwert ein, da die Gewinnung von Neukunden bis zu fünf Mal teurer sein kann als die Kundenbindung“, heißt es etwa in unserem Beitrag zur Messe von Schlau und Hometrend (s. S. 12-13 der Printausgabe). Ganz klar: Wer einmal einen Kunden gewonnen hat, will ihn behalten. Alles andere wäre leichtsinnig, wenn nicht gar geschäftsschädigend, denn einen Kunden ausfindig zu machen, anzusprechen und anschließend neu ins Boot zu holen ist enorm aufwändig. Viele Kunden wissen das und nutzen ihre Macht: Sie feilschen und fordern bis es quietscht. Aber machen wir es anders? Steht ein neuer Handyvertrag an, bitten wir um bessere Konditionen – oft vergebens. Schlaue Zeitgenossen schreiben eine Kündigung und warten ab. Oft klingelt zwei Tage später das Telefon. Der Anbieter ist dran und schlägt eine plötzlich überaus kulante Regelung vor, wenn man nur von der Kündigung zurücktritt.

Solche Seminare und Vorträge wie etwa bei der Unternehmensgruppe Brüder Schlau, bei Sikkens (s. S. 10-11) oder Südbund (s. 18-19) sind keine Lückenfüller bei Veranstaltungen von Industrie und Handel, sondern jeden Cent wert. Denn es gibt Strategien, auch besonders gewieften Zeitgenossen gegenüberzutreten. Wenn der Kunde das Gefühl hat, am Ende einen fairen Deal gemacht zu haben, kommt er wieder. Man muss sich deswegen nicht erpressen lassen. Oftmals ist zwischen zwei Positionen noch ein bisschen Luft, und nicht selten kann aus solchen Verhandlungen ein Folgeauftrag generiert werden, der ansonsten gar nicht auf der Tagesordnung gelandet wäre. Kunden gewinnen und Kunden halten, sie immer wieder motivieren vorbeizukommen, Ihnen Vorschläge machen, die auf ihre Bedürfnisse eingehen – das ist ein wichtiger Aspekt, um sich vom Wettbewerber positiv abzuheben

Alexander Radziwill

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