Redaktion EURODECORBirgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
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Ausgabe 10/2018

Für Außenstehende ist klar: Der Jahrhundert-Sommer muss der Sonnenschutz­branche auch einen Jahrhundert-Umsatz beschert haben. Wochenlange Werte über 30 Grad Celsius – ein besseres Verkaufsargument für Rollo, Plissee und Co. lässt sich kaum finden. Doch ein Blick auf die Zahlen, die der Verband innenliegender Sonnenschutz (ViS) jetzt vorstellte, belehrt eines Besseren: So war das erste Halbjahr bei den ViS-Mitgliedern im Bereich Maßkonfektion von einer verhaltenen Entwicklung gekennzeichnet, Tendenz über die Sommermonate anhaltend (siehe auch Seite 18 und 19 der Printausgabe). Die Hersteller meldeten einen Umsatzrückgang von insgesamt 5,5 Prozent. Geschuldet sei dies, so Ingo Fahl, Vorsitzender des ViS, auch einem schwachen ersten Quartal: „Zum einen war das Wetter nicht so, zudem gab es eine riesige Krankheitswelle. Und die Discounter haben uns übrigens auch ein wenig geärgert.“ 

Was den Jahrhundert-Sommer anbelangt, brachte es Ingo Fahl nordisch-knackig-trocken auf den Punkt: „Wer in der Sonne liegt, kann auch nichts kaufen.“ Dies bestätigen übrigens auch andere Branchenkenner, die wir in dieser Ausgabe zum Jahrhundert-Sommer zu Wort kommen lassen (siehe Seite 26 bis 29). So hätten Fachhändler über ein Fernbleiben der Kundschaft berichtet, weil es zu heiß war, erzählt nicht nur Ralf Meyer von erfal, sondern auch Margaretha Runksmeier von Kadeco: „Zeitweise war es so heiß, dass Endkunden nicht einmal motiviert waren, für den geeigneten Sonnenschutz ein Fachhandelsgeschäft aufzusuchen.“ Bei Velux wiederum freute man sich über den Rekordsommer 2018, der sich auch auf das Klima in Deutschlands Dachgeschossen ausgewirkt habe, so Claudia Peretzki. „Insgesamt zeigt sich aber, dass die Kunden in besonders hellen und heißen Perioden vor allem nach schnell lieferbaren Standardlösungen suchen, während in gemäßigteren Wetterperioden ein stärkerer Fokus auf individuelleren Premiumprodukten liegt.“ Und die liefert bekanntermaßen unsere Branche. Hoffen wir also alle auf einen wohltemperierten Herbst!

Birgit Jünger

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