Redaktion EURODECOR
Birgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
Alexander Radziwill | Redakteur | radziwill@meininger.de
Nicole Stolpmann | Redakteurin | stolpmann@meininger.de

Ausgabe 07-08/2017

„Tapete macht aus Wänden ein Zuhause.“ Wer erinnert sich noch an den Spruch? Vor mehr als zehn Jahren wurde vom Verband der deutschen Tapetenindustrie (VDT) eine breit angelegte Kampagne für Tapete ins Leben gerufen – und alle im Verband engagierten Hersteller machten mit. Die Idee der Gemeinschaftswerbung für Tapete ist sogar noch wesentlich älter als die Zuhause-Kampagne. Der Slogan „Kleb’ dir eine“ ist vielen noch bestens in Erinnerung. Allerdings gab es in den folgenden Jahren immer wieder Querelen, Kartellverfahren und in Folge dessen Austritte aus dem Verband, über die wir ausführlich berichtet haben. 

Schnee von gestern? Leider noch nicht ganz, denn noch ist kein Haken hinter das Kartellverfahren gesetzt. Ullrich Eitel, der geschäftsführende Gesellschafter der ­Marburger Tapetenfabrik, äußerte im Interview (s. eurodecor 6/17) die Hoffnung, dass das Verfahren nach dem Sommer zum Abschluss gebracht werden könne. „Wenn das der Fall ist, muss darüber gesprochen werden, inwieweit unter den Mitgliedern eine Sonderumlage für gezielte Werbung angezeigt ist, um die Zielgruppen wieder zu gewinnen, die wir verloren haben. Diese Werbung muss nachhaltig sein, damit sie etwas bringt. Das muss der Werbeausschuss erarbeiten und das funktioniert auch nur, wenn die gesamte Branche bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um gemeinsam etwas zu bewirken. Dafür braucht man ein vernünftiges Budget, denn allein kann das keiner. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das funktionieren könnte“, sagte Eitel. 

Wir haben den Faden in der vorliegenden Ausgabe weiter gesponnen. Unser Eindruck ist: Für eine neue Gemeinschaftswerbung gibt es grundsätzlich Sympathie. Kinospots und City-Light-Poster waren 2004 das Mittel der Wahl. Das würde heute so nicht mehr funktionieren. Was dann? Erste Anregungen dazu liefern unsere Gesprächs­partner in der Tapeten-Geschichte zum Thema ab S. 36 in der Printausgabe des aktuellen Heftes.

Alexander Radziwill

Ausgabe 06/2017

In dieser Ausgabe finden Sie ungewöhnlich viele Texte in Interviewform. Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir eine Reihe von Persönlichkeiten der Branche einmal im Original zu Wort kommen lassen wollten, also: Frage, Antwort, Frage, Antwort... Wir haben diesmal Köpfe der Branche aus Handel, Industrie und Handwerk zum ­Gespräch gebeten; jeweils mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Interview hat viele Vorteile. Es liest sich flüssiger. Und es ist direkter als ein Fließtext. Dieser setzt sich oft ebenfalls aus den Inhalten von Gesprächen zusammen, aber er ist weniger unmittelbar. Interviews bedeuten aber auch Aufwand. Zu den mehr oder weniger schlauen Fragen, die wir uns vor dem Gespräch ausdenken, kommt die Nachbe­reitung. Was gefragt und gesagt wird, muss anschließend aufgeschrieben werden. Das dauert meist um ein Vielfaches länger als das eigentliche Gespräch. 

Die meisten Medien in Deutschland legen ein Interview den Gesprächspartnern noch einmal vor Drucklegung vor – auch wir machen das so. Autorisieren nennt sich diese Praxis, die im Ausland weit weniger bekannt ist. Sie hat für die Interviewten einen Vorteil: Unsere Gesprächspartner können frei von der Leber weg sprechen, und das tun sie meist auch. Sie wissen, dass sie ihre Antworten noch einmal verändern können, wenn ihnen etwas rausrutscht, was missverstänlich war, schräg formuliert oder ganz einfach doch nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Und, Hand aufs Herz: Wer von uns spricht schon druckreif? Für die Interviewpartner ist das ein Vorteil, denn sie behalten die Kontrolle über ihre Worte. Manchmal verschwinden dabei einige knackige Formulierungen, aber so sind eben die Spielregeln. Interviews sind manchmal schwierig, für Interviewer und für die Interviewten, aber sie bieten ungewohnte Einblicke – so auch die Gespräche in dieser Ausgabe.
Was meinen Sie? Möchten Sie mehr Interviews lesen? Wen aus der Branche wünschen Sie sich als unsere Interviewpartner? Und: Was würden Sie diese Persönlichkeiten fragen?

Alexander Radziwill

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