Design ist nichts für das Museum

Ausgabe: 
07-08/2018

Design ist nichts für das Museum? Warum denn nicht? Es gibt zahlreiche Ausstellungen zu Designklassikern. Viele sind sehr erfolgreich. Legendäre Objekte wie der Citroën DS treiben Designfans noch heute Tränen in die Augen, so schön ist dieses Auto – und seine Technik war darüber hinaus für die fünfziger Jahre revolutionär. Begeisterung entfachen auch heute noch der Barcelona Sessel von Mies van der Rohe, die Wagenfeld-Lampe und vieles mehr. Aber museale Gebrauchsgegenstände und alte Geschichten sind nicht unser Thema. Wir beschäftigen uns in dieser Ausgabe mit Design von heute. Das heißt: mit heutiger Technik entworfen und gefertigt, für den Markt von heute gebaut, mit heutigen Ansprüchen und den Möglichkeiten von heute in Einklang gebracht. Wann ist Design gut? Wenn es erfolgreich ist. Und wann ist es erfolgreich? Wenn es Ihrem Kunden gefällt – und gekauft wird. Wir sprechen in dieser Ausgabe nicht von Kunst, auch wenn Design auch mal von Künstlern stammen kann. Design muss (oder sollte bestenfalls) funktionieren. Donald Judd, ein Maler, Bildhauer und Architekt, der sich auch mit Design befasste, wird der Satz zugeschrieben „Design has to work. Art does not.“ Und darum geht es in dieser Ausgabe: Design, das funktioniert, aktuelles Design, Design der Branche für Kunden von heute. 

Die Beispiele aus unserer Branche, die wir in dieser Ausgabe beleuchten, hätten auch andere sein können, denn es gibt viel gutes Design zu entdecken. In unserer Geschichte (ab Seite 20 der Printausgabe) wird klar, dass Design kein Firlefanz ist, kein Schnörkel, sondern ein handfestes Verkaufsargument. Und auch ein Mittel, um sich von Marktbegleitern abzuheben? „Definitiv!“, sagt Stephan Wolff, Geschäftsführer objectflor. Er bringt es auf den Punkt: „Wir haben eine eigene Handschrift, was das Design anbelangt, und somit einen Wiedererkennungswert für unsere Kunden. Das ist ein bedeutendes Argument, wenn der Wettbewerb zunimmt und vor allem über den Preis geführt wird. Gutes Design gibt es nicht an jeder Straßenecke.“

Alexander Radziwill

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