Digitalmessen werden uns erhalten bleiben

Ausgabe: 
02/2021

Aus der Not der Pandemie heraus mussten einige Messen zu Jahresbeginn in die virtuelle Welt verlegt werden. Corona ließ nichts anderes zu – außer die vollständige oder fast vollständige Absage. Wer das digitale Format Bau online im Januar besuchte (s. S. 46-47 der Printausgabe) konnte erkennen, dass sich viele der teilnehmenden Unternehmen große Mühe mit ihrer digitalen Messepräsenz gegeben hatten. Wer sich durch die etwas umständliche Anmeldeprozedur zu den einzelnen Präsentationen und Live-Shows durchgeklickt hatte, konnte interessante Einblicke mitnehmen, soweit die Server mitspielten und sich die Übertragungsfehler in Grenzen hielten. Vormittags schien das Netz stärker beansprucht zu sein als am Nachmittag; hier mögen das Homeschooling und die noch nicht ausreichende Infrastruktur mit einspielen. Auch bei übersicht­licher Resonanz habe sich das Engagement dennoch gelohnt, sagen Aussteller.
 
Etwas anders als in München wird Messe vom 22. bis zum 25. Februar auf der ersten R+T digital (www.rt-expo.digital) umgesetzt. Dort wird es eine virtuelle Messeumgebung geben, angelehnt an das Gelände in Stuttgart (s. S. 45). Ein Foyer geleitet die Besucher in die Messehallen mit den Ständen, in einen Konferenzbereich mit ­Live-Events sowie in das Ausstellerforum mit produktbezogenen Videoinhalten. Die (virtuellen) Messehallen sind nach den einzelnen Produktkategorien aufgeteilt. Die Messestände sind an die aus der „realen Welt“ angelehnt – samt personalisierter Avatare, mit denen sich Besucher über Chatfunktionen austauschen können. Welche Umsetzung ist besser, Bau online oder R+T digital? Was lässt sich daraus für die ­Zukunft der Messen lernen? In ein paar Wochen werden wir alle schlauer sein. Digitale Messen werden jedenfalls auch in Zukunft, also auch nach der Pandemie, eine Ergänzung zur echten Messe vor Ort sein. Und obwohl sie aus der Not heraus geboren wurden, wird es sie darum auch weiterhin geben. Ob sie eine echte, lebendige Messe wie in der Vor-Corona-Zeit langfristig ersetzen können, steht auf einem anderen Blatt. 

Alexander Radziwill