Im Herbst soll es bei Tapete losgehen

Ausgabe: 
07-08/2019
In der Ausgabe 6 der eurodecor haben wir vom ersten „Tapetengipfel“ in Frankfurt berichtet; für das vorliegende Heft wollten wir wissen, wie Teilnehmer der Veranstaltung das Projekt einschätzen und ob (und wie) sie sich engagieren wollen (ab S. 26 in der Printausgabe). Zur Erinnerung: Ende Mai hatten sich Entscheider der Branche getroffen, um gemeinsam Wege zu finden, die zu mehr Absatz bei Wandbelägen führen sollen. „Deutschland tapeziert!“ hatte als Claim der Kampagne bei vielen Gefallen gefunden. Die Stimmung war gut, aber einiges blieb vage: Wer macht mit, wer zahlt welche Summe, welche Schritte werden zuerst angegangen? Die Teilnehmer aus der Branche, die wir nach ihren Einschätzungen zum Gipfel gefragt haben, stehen den in Frankfurt vorgestellten Maßnahmen prinzipiell positiv gegenüber. Viele finden es zunächst einmal gut, dass Tapete überhaupt wieder mehr ins Blickfeld des Endverbrauchers gerückt werden soll und dass Industrie und Handel an einem Strang ziehen.
 
Obwohl die Zustimmung überwiegt, sind die kritischen Töne aber nicht zu über­hören. Reicht das Budget, um überhaupt etwas zu bewirken? Werden sich genügend Partner finden, um eine Kampagne schlagkräftig werden zu lassen und einen spürbaren Effekt zu erzielen? Mündet eine gestiegene Wahrnehmung für das Produkt mittelfristig tatsächlich in eine Steigerung des Absatzes? Und müssten zunächst nicht einmal ganz andere Punkte geklärt werden? Unabhängig von diesen Fragen hat uns Ulrike Reich von der Deutschen Tapeten-Institut GmbH in Düsseldorf auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht. „Die grundsätzliche Bereitschaft der großen vier deutschen Hersteller liegt uns bereits vor, so dass wir auf jeden Fall im Herbst starten können“, so Ulrike Reich. In Planung sei zudem ein „Tapetenwochen-Beirat“, der aus ein bis zwei Personen je Wertschöpfungs-Stufe bestehen und bei der Entwicklung der Kampagne sowie bei Budgetfragen mitwirken soll. Fest steht außerdem: Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen und Sie darüber auf dem Laufenden halten.
 

Alexander Radziwill