Kann Messe mit vielen Regeln funktionieren?

Ausgabe: 
08/2020
Bau, Domotex, imm cologne, Heimtextil... – es geht in der vorliegenden Doppelausgabe Juli/August an vielen Stellen um Messen, die für den Januar 2021 angesetzt sind. In anderen Jahren wären diese Termine mitten im Sommer kein Thema, aber in diesem Jahr ist alles anders. Wie die Messegesellschaften erleben auch Handel und Industrie eine Zeit, die von vielen Unsicherheiten geprägt ist. Hinter den Gewissheiten von gestern stehen heute dicke Fragezeichen. Zahlreiche Unternehmen der Branche – meist über Jahre treue Aussteller – haben in den vergangenen Wochen ihre Teilnahme an Messen im nächsten Januar bereits jetzt abgesagt. Corona und die damit verbundenen Gefahren für Mitarbeiter und Gäste am Stand werden dabei als ein wichtiger Grund angegeben. Wer sich mit Unternehmen unterhält, die ihre Teilnahme abgesagt haben oder noch zögern, kommt früher oder später immer auf die gleiche Frage: Wie soll eine Messe eigentlich funktionieren mit den vielen Hygieneregeln, Sicherheitsabständen, Masken und all den anderen Vorsichtsmaßnahmen?
 
Die Ausrichter stemmen sich mit detaillierten Konzepten gegen die Pandemie. ­Wir bilden in dieser Ausgabe einige der Ideen ab, die Messegesellschaften angesichts von Covid-19 entwickelt haben. Und wir drücken alle Daumen, dass diese Konzepte aufgehen und die Veranstaltungen sicher und erfolgreich durchgeführt werden können. Gleichzeitig werden wir unsere Leserinnen und Leser in den kommenden Monaten auch über Unternehmen auf dem Laufenden halten, die diesmal nicht auf den großen Messen ausstellen. Für alle Beteiligten ist es wichtig, neue Wege zu finden, um Themen und Produkte zu kommunizieren. Corona und die Folgen werden auch unsere Branche noch länger beschäftigen. Ob es je wieder so wie zuvor werden kann, kann niemand sagen. „Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern“, heißt es in dem Roman „Der Leopard“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Ganz so neu ist diese Erkenntnis gar nicht: Das Buch ist bereits 1958 erschienen.

 

Alexander Radziwill