Kleb' dir doch mal wieder eine

Ausgabe: 
07-08/2017

„Tapete macht aus Wänden ein Zuhause.“ Wer erinnert sich noch an den Spruch? Vor mehr als zehn Jahren wurde vom Verband der deutschen Tapetenindustrie (VDT) eine breit angelegte Kampagne für Tapete ins Leben gerufen – und alle im Verband engagierten Hersteller machten mit. Die Idee der Gemeinschaftswerbung für Tapete ist sogar noch wesentlich älter als die Zuhause-Kampagne. Der Slogan „Kleb’ dir eine“ ist vielen noch bestens in Erinnerung. Allerdings gab es in den folgenden Jahren immer wieder Querelen, Kartellverfahren und in Folge dessen Austritte aus dem Verband, über die wir ausführlich berichtet haben. 

Schnee von gestern? Leider noch nicht ganz, denn noch ist kein Haken hinter das Kartellverfahren gesetzt. Ullrich Eitel, der geschäftsführende Gesellschafter der ­Marburger Tapetenfabrik, äußerte im Interview (s. eurodecor 6/17) die Hoffnung, dass das Verfahren nach dem Sommer zum Abschluss gebracht werden könne. „Wenn das der Fall ist, muss darüber gesprochen werden, inwieweit unter den Mitgliedern eine Sonderumlage für gezielte Werbung angezeigt ist, um die Zielgruppen wieder zu gewinnen, die wir verloren haben. Diese Werbung muss nachhaltig sein, damit sie etwas bringt. Das muss der Werbeausschuss erarbeiten und das funktioniert auch nur, wenn die gesamte Branche bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um gemeinsam etwas zu bewirken. Dafür braucht man ein vernünftiges Budget, denn allein kann das keiner. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das funktionieren könnte“, sagte Eitel. 

Wir haben den Faden in der vorliegenden Ausgabe weiter gesponnen. Unser Eindruck ist: Für eine neue Gemeinschaftswerbung gibt es grundsätzlich Sympathie. Kinospots und City-Light-Poster waren 2004 das Mittel der Wahl. Das würde heute so nicht mehr funktionieren. Was dann? Erste Anregungen dazu liefern unsere Gesprächs­partner in der Tapeten-Geschichte zum Thema ab S. 36 in der Printausgabe des aktuellen Heftes.

Alexander Radziwill