Mit einem blauen Auge bisher davongekommen

Ausgabe: 
09/2020

Die Weltleitmesse für Sonnenschutz R+T in Stuttgart wird um ein Jahr auf 2022 verschoben, die Domotex in Hannover verkündet kurzfristig einen neuen Termin später im Jahr und schiebt die Messe um vier Monate weiter auf den 20. bis zum 22. Mai 2021, kurz vor Pfingsten. Und die Bau in München als auch die Heimtextil ­in Frankfurt kämpfen mit den Absagen kleiner und großer Aussteller: Covid-19 lässt wirklich keinen Stein auf dem anderen. Und ein Ende ist nicht absehbar...

Trotzdem haben wir keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, wie unsere Umfrage zeigt (ab Seite 12-17 der Printausgabe): „Seit März bis dato kann man sagen, dass wir und wohl auch die gesamte Branche weitestgehend mit einem blauen Auge davongekommen sind“, erklärt zum Beispiel Marco Knop, Marketingleiter Project Floors in Hürth, und fasst damit zusammen, was einige zu Protokoll geben. So meint auch Philipp Utz, Mitglied des Vorstandes bei der Ulmer Uzin Utz Group: „Neubau findet weiterhin auf hohem Niveau statt und es ist noch kein Kurswechsel erkennbar. Dafür setzt das Thema Renovieren und Modernisieren neue, zusätzliche Impulse im Markt. Wer nicht in Urlaub fahren kann beziehungsweise will, legt das Geld in den eigenen vier Wänden an. Davon profitieren wir.“ Optimistisch klingt auch Dietmar Everding, ­Geschäftsführer von Tapetenhersteller Erismann in Breisach: „Offenbar begünstigt die Corona-Krise das Renovierungsverhalten der Verbraucher.“

Das macht doch Mut. Den wir übrigens auch der Südbund eG in Backnang bescheinigen. Der Einkausverband wagt es und veranstaltet vom 22. bis zum 24. September die erste Hausmesse für Heimtextilien nach dem Lockdown (Seite 18-19). Dafür ­gebührt ihm und allen Ausstellern Respekt. Und es ist ein Zeichen: Wir lassen uns nicht unterkriegen, weiter geht‘s! Dass unsere Branche eine Branche der Macher ist, unterstreicht sie damit einmal mehr. Und das ist schon mal ein sehr gutes Gefühl.
 

Birgit Jünger