Modulare Böden sind schon mehr als Nische

Ausgabe: 
06/2018

Wer die Bedeutung des Wortes „modular“ nachschlägt, muss vielleicht mehr als einmal nachschauen. „Auf Modulen aufbauend“ – das hilft wenig weiter. Aus was besteht denn eigentlich so ein modularer Bodenbelag, von dem seit drei, vier Jahren alle reden? Kommt drauf an: Bei modularen Belägen bezieht sich das Wort nicht auf die Deckschicht, sondern auf die Eigenschaft, aus einzelnen Elementen wie Planken und Fliesen zu bestehen, also keine Bahnenware zu sein. Ob das nun Kork, Vinyl, ­Linoleum, Teppichboden oder etwas anderes ist, auf dem oben gelaufen wird, ist – was die Modularität angeht – zweitrangig. Wer verschiedene Bereiche voneinander abgrenzen will, kann das mit modularen Belägen einfach umsetzen. Das geht zum Beispiel durch die Farbgebung, durch Formen, Muster, Texturen, durch unterschiedliche Materialien auch im Mix, durch verschiedene Nutzschichtstärken, die aufgrund verschiedener Beanspruchungen angezeigt sind. Vergleichsweise schnell ist die Verlegung dank der handlichen Module auch, und später ist der Austausch einzelner Elemente meist ebenfalls kein großes Problem. Auch der Transport zur Baustelle (siebter Stock, Aufzug kaputt...) ist hier ein Thema, vor allem für den Verlegeprofi. 

Die Industrie setzt gerade bei den modularen Belägen immer öfter auf eine ökologisch vertretbare Herstellung, auf „wohngesunde Produkte“, auf geprüfte, möglichst nachhaltige Rohstoffe, nicht zuletzt um sich von den Mitbewerbern abzugrenzen, die das nicht haben. Nach Erdnüssen ohne Salz, Bier ohne Alkohol und Shampoo ohne Silikone gibt es immer öfter auch Bodenbeläge „ohne X und Y“. Ist der modulare Belag die eierlegende Wollmilchsau? Das nicht, aber von einer Nische kann man eigentlich auch nicht mehr sprechen. Viele Hersteller können im Objekt und im privaten Wohnbereich steigende Absatzzahlen ihrer modularen Produkte vermelden – gut so. Wir haben das Thema modulare Beläge mehrfach in diesem Heft, unter anderem ab S. 20, garantiert ohne Fett, Salz und böse Dickmacher. Schauen Sie doch mal rein.

Alexander Radziwill

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