Schattige Zahlen, aber auch Licht am Horizont

Ausgabe: 
05/2018

Nach vielen Jahren des stetigen Wachstums haben die jüngsten Zahlen des Verbands innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (ViS) für Ernüchterung gesorgt. Was an den Ständen auf der Heimtextil und dann auf der R+T bereits Thema war, wurde wenig später offiziell bestätigt: 2017 mussten die ViS-Mitglieder über fast alle Produktbereiche hinweg rückläufige Umsatzzahlen verbuchen (siehe auch eurodecor 4/2018). Während das Wabenplissee zulegte, waren Rollo (-1,5 Prozent), Doppelrollo (-14,0 Prozent), Plissee (-3,7 Prozent), Vertikal-Lamellen (-4,0 Prozent) und der Flächenvorhang (-11,7 Prozent) allesamt im Minus. Horizontal-Lamellen konnten ein minimales Plus (0,2 Prozent) erzielen. „Auf ein starkes erstes Quartal folgte ein sehr durchwachsenes zweites Quartal, in dem einige Produktgruppen bereits rückläufige Umsatzentwicklungen aufzeigten, was im Herbst zu verhaltenen Umsatzerwartungen der Unternehmen führte. Diese Einschätzung war berechtigt, da auch im dritten Quartal in den meisten Produktgruppen kein Wachstum erzielt werden konnte. Im letzten Quartal war eine leichte Erholung spürbar“, so der ViS. 

Sind die Billig-Angebote aus dem Internet und aus den Baumärkten schuld an den Rückgängen? Manche können sich das vorstellen (in unserer Strecke zum Thema ab S. 30 der Printausgabe), andere eher nicht. Bei all den schattigen Zahlen gibt es aber auch Licht am Ende des Horizonts. Die Elektrifizierung des innenliegenden Sonnenschutzes, kabelloser Antrieb und Smart-Home-Lösungen sind Themen der Zukunft und bieten Umsatzchancen – und auch die Konjunkturerwartung für 2018 ist positiv. Margaretha Runksmeier, Leitung Marketing & textiles Produktmanagement sowie Creative Director bei Kadeco, bringt es sehr gut auf den Punkt: „Um sich vom Discount- und Online Angebot zu differenzieren, müssen unsere Produkte dem Endverbraucher einen echten Mehrwert oder zusätzliche Funktionen bieten. Das kann zum Beispiel eine Motorisierung sein, die im Zuge der Smart-Home-Ära mittlerweile ebenfalls stark gefragt ist.“

Alexander Radziwill