Tapete plus Service durch Profis vor Ort

Ausgabe: 
11/2017

Warum sinken oder stagnieren die Umsätze im deutschen Tapetenmarkt, wenn der Verbraucher den Produkten positiv gegenüber steht? Das Deutsche Tapeten-Institut (DTI) hat die Hemmnisse, die dem Einsatz von Tapete entgegenstehen, untersuchen lassen. Das Ergebnis: Obwohl mehr als die Hälfte der Befragten Tapete für ihr Zuhause erwägten (56 Prozent), scheuten viele den vermeintlich hohen Arbeitsaufwand. „Vor allem junge Mieter geben an, nicht zu tapezieren, da sie glauben, streichen sei einfacher und Tapete müsse beim Auszug wieder entfernt werden. Und wer einen Profi mit dem Tapezieren beauftragen will, schätzt die Kosten für einen Handwerker zumeist als zu hoch ein (52 Prozent der Befragten)“, teilt das DTI mit. „Und dass der Begriff Tapete zwar bekannt ist (hundert Prozent), nicht jedoch die moderne Vliestapete und ihre Vorteile, lässt sich aus den geäußerten Hemmnissen ebenfalls schließen“, so das DTI weiter. Erfreulich sei, dass die Tapete nicht mehr als bieder gelte. Das DTI sieht großen Bedarf an Aufklärung und Information. Dem stimmen wir zu, aber das wird nicht reichen. Gefragt sind zudem Angebote, die Kunden Tapete plus Service vom Profi vor Ort zu einem angemessenen Preis bieten. Hilfe beim Entfernen der alten Tapete, Hilfe beim Auswählen und Anbringen des neuen Wandbelags durch Profis. Ein Kombi-Angebot, dass so gut ist, dass der Kunde es kaum ausschlagen kann.

Allerdings sind solche Überlegungen seit dem 12. Oktober relativ. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat an diesem Tag in seinem Urteil im Bußgeldverfahren gegen Vertreter der Tapetenindustrie Bußgelder in Höhe von mehr als 19 Millionen Euro festgesetzt. Reaktionen auf das Urteil und die ersten Konsequenzen haben wir auf S. 45 der Printausgabe zusammengefasst. Was das für eine im Raum stehendene neue Gemeinschafts­werbung der Tapetenhersteller bedeutet? Wir werden es sehen – und weiter darüber berichten. Immerhin: Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Alexander Radziwill