Was die Branche im Jahr 2018 erwartet

Ausgabe: 
12/2017/01/2018

Es gibt viele Methoden, die Zukunft vorherzusagen: Handlesen, Kartenlegen, Pendeln, in die magische Kristallkugel schauen oder Tierknochen in die Luft werfen wie die Indianer – zumindest in Western macht das der Medizinmann gern, um tiefere Erkenntnisse über das Jagdglück am nächsten Morgen zu erhalten. Diese Methoden haben eines gemeinsam: Sie sind nicht gerade zuverlässig. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Instrumenten werben Unternehmen, die in unserer Zeit die Zukunft vorhersagen wollen. Die Wahlsendungen am Wahlabend bringen dann die Wahrheit ans Licht – und wer wie stark danebenlag. Auch Trump und den Brexit hatte damals kaum einer auf dem Zettel. Der Rheinländer hat für solche Fälle eine Allzweck-Weisheit zur Hand, die präziser nicht sein könnte: Et kütt wie et kütt.

Wir haben auch in diesem Jahr wieder Persönlichkeiten der Branche gefragt, wie sie 2017 einschätzen und welche Erwartungen sie an 2018 haben. Der große Vorteil der Experten: In unserer Branche lassen sich langfristige Prozesse beobachten. Und daraus kann die Zukunft sehr wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden. Und: Selten geschehen Veränderungen über Nacht. So sehen in unserer Umfrage (s. S. 36 bis 44 der Printausgabe) viele den bereits seit längerem akuten Fachkräftemangel als Problem an – er wird uns vermutlich auch 2018 erhalten bleiben. Große gesellschaftliche Themen, die auch in unserer Branche eine Rolle spielen, sind Nachhaltigkeit und die Digitalisierung des Arbeitslebens. Auch Konzentrationsprozesse und der Siegeszug der modularen Bodenbeläge werden uns – vermutlich – noch weiter beschäftigen. Auch in schwierigen Zeiten hat der Rheinländer eine Allzweck-Weisheit zur Hand. Kann sein, dass sie nicht immer stimmt, aber zumindest strahlt sie den Optimismus aus, den wir auch 2018 alle gut gebrauchen können: Et hätt noch immer jot jejange. Und wenn es doch mal wieder anders kommt? Bleibt uns immerhin der Spruch, der sowieso kaum zu wiederlegen ist: Hätte, hätte, Fahrradkette.

Alexander Radziwill