Wer zahlt das am Ende eigentlich alles?

Ausgabe: 
05/2021

Einige der Auswirkungen der Corona-Pandemie werden erst mit Verzögerung sichtbar. So ist das weltweit eingespielte System des Warenflusses schon seit Monaten gestört. Rohstoffe sind knapp geworden, hinzu kommen logistische Probleme beim Transport sowie lange Lieferzeiten. All das lässt die Kosten steigen. Wer bezahlt die? Wir haben versucht, das komplexe Thema auf unsere Branche herunterzubrechen und Marktteilnehmer – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – um ihre Einschätzungen gebeten. Klar ist: Der enorme Kostenanstieg bei Rohmaterialien geht an keiner Branche vorbei. Das treffe auch den Heimtextilmarkt enorm, sagt etwa Lars Meier, Geschäftsführender Gesellschafter Höpke Möbelstoff-Handels GmbH in Niederfüllbach.

Svenja Bends, Marketing/PR Beauftragte bei Project Floors in Hürth, berichtet, dass es seit Ende vergangenen Jahres immer aufwändiger geworden sei, Ware von Asien aus nach Europa zu verschiffen. Container steckten fest und seien durch die Lockdowns nicht mehr im geregelten Rundlauf unterwegs, sondern würden sich vielmehr andernorts stapeln: „Das sorgt für massiv gestiegene Preise bei den Seefrachten, denn Angebot und Nachfrage für freie Container liegen derzeit weit auseinander, was von den Reedereien entsprechend für Preisexplosionen genutzt wird.“ Und Peter Jansen, Präsident des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) mit Sitz in Frankfurt, erklärt, wie sich die Warenströme neu verteilt haben: „Insbesondere in China ist die Produktion sehr viel schneller angesprungen als beispielsweise in Europa. Die Folge war unter anderem eine Verknappung bei den Transport­kapazitäten, nicht zuletzt, weil in Asien leere Container fehlten.“ Das Problem – soviel steht fest – wird sich auf die Schnelle nicht lösen lassen. Auswirkungen der akuten Rohstoffkrise auf unsere Branche beleuchten wir in dieser Ausgabe ab Seite 16 der Printausgabe. ­Weitere Statements von Marktteilnehmern aus dem Segment Insektenschutz, Sicht- und ­Sonnenschutz haben wir in einem gesonderten Artikel ab Seite 32 gebündelt. 

Alexander Radziwill