"Wir wollen zeigen: Tapete kann viel!"

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06/2019
Ein Anfang ist gemacht – nicht mehr, nicht weniger. Der erste „Tapetengipfel“ in Frankfurt Ende Mai (siehe S. 16/17 der Printausgabe) brachte eine Reihe von Entscheidern der Branche zusammen, um gemeinsam etwas für das Produkt zu tun. Nicht zum ersten Mal übrigens – „Tapete macht aus Wänden ein Zuhause.“ und „Kleb dir eine“ gab es ja schon. Was kommt nun ab Herbst? Spots mit den Kandidatinnen der nächsten Staffel von Germany‘s Next Top Model vor aktuellen Designs der Hersteller? Ausführliche und vor allem anregende Werbung online, im Kino und vor der Tagesschau? Eher nicht. Die Brötchen, die beim „Tapetengipfel“ gebacken wurden, sind etwas kleiner.
 
Keine Frage: Das Treffen hat der Branche Schwung gegeben, aber noch ist kein Problem gelöst. Beim Thema Einrichten und Wohnen ist Tapete nicht sichtbar genug, die verkauften Mengen sind unbefriedigend, gerade der junge Verbraucher hat Tapete nicht „auf dem Schirm“. Auch die Frage nach der konkreten Finanzierung schien zum Ende der Veranstaltung noch nicht abschließend geklärt zu sein. In Frankfurt war die Rede von „deutlichen und halbdeutlichen Signalen“ der Hersteller, sich dauerhaft über zwei bis drei Jahre mit einer bestimmten, gleichbleibenden Summe zu beteiligen. Und auch bei den etwas kleineren Herstellern schien zum Ende der Veranstaltung nicht klar, ob alle mitmachen wollen. Der insgesamt ganz guten Stimmung – etwa bei Michael Caspar, dem Vorsitzenden des Verbands der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) – tat das keinen Abbruch. Er sagte im Gespräch mit der eurodecor: „Wichtig ist, dass wir als Branche etwas auf die Beine stellen und den ersten Schritt tun. Der VDT ist die Klammer, das ist aber keine Aktion des VDT, sondern der Branche. Das ist ein starkes Signal, das es so vorher noch nicht gegeben hat. Das ist natürlich ein bisschen durch die Herausforderung getrieben, ganz klar, aber das Produkt hat sich auch verändert. Mit einer Aktion wie den Tapetenwochen können wir alle mitnehmen. Wir wollen zeigen: Tapete ist da, und Tapete kann viel!“ Und das lässt doch hoffen.

Alexander Radziwill