Zu Hause alles schön. Und wie ist's im Büro?

Ausgabe: 
11/2019

Dass ein schön eingerichtetes Zuhause einfach angenehmer für die darin Wohnenden ist, war noch nie eine Frage. Anders sieht es bei Büros aus. Hier bekam der Neue im Betrieb oft das hingestellt, was an Einrichtungsgegenständen eben gerade da war. So eine Einrichtung hält ja schließlich gut und gerne vierzig Jahre und mehr. Das sieht in Zeiten, in denen qualifizierte Fachkräfte gesucht werden, anders aus. Wenn der Neue sich aussuchen kann, wo er arbeitet, meldet er auch Ansprüche an seinen Arbeitsplatz und dessen Ausgestaltung an. „Deutsche Büroangestellte wünschen sich mehr Ruhe“, heißt es in der kürzlich abgeschlossenen Studie „Rethinking Workplace“, die der Bodenbelagshersteller Tarkett (s. auch S.17 der Printausgabe) in Auftrag gegeben hat. Rund 27 Prozent der Befragten klagen demnach über einen zu hohen Geräuschpegel und eine schlechte Raumakustik an ihrem Arbeitsplatz. Lärmschutz zu Hause, am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden wie Restaurants haben wir in Artikeln schon mehrfach angesprochen. Das Thema ist und bleibt aktuell. In dieser Ausgabe haben wir für Sie darum den Akustik-Fachtag von Südbund besucht, der im Herbst erstmals bei Indes Fuggerhaus in Marienheide (s. S.20-21) stattfand.

Aber zurück zur Studie „Rethinking Workplace“: Ein Marktforschungsunternehmen hat dafür etwa 4.500 Büroangestellte aus neun Staaten Europas befragt. Bemängelt wurde dabei, dass die „Einrichtung und Ausstattung der Büros zwar funktional, aber nicht ansprechend“ sei, heißt es in der Studie. Wer im Büro arbeitet, leidet demnach nicht nur unter Krach, sondern oft auch unter suboptimaler (zu Hause würde man sagen: abgewohnter) Raumgestaltung und schlechter Innenraumluft. Zumindest beim ersten Punkt können sich erneut Raumausstatter und Objekteure angesprochen fühlen. Und Abhilfe schaffen. Einsehen müssen das in erster Linie aber die Arbeitgeber. Der gute, alte Schreibtisch aus den Siebzigern mag zwar noch nicht gleich zusammenbrechen – ein Gespräch über Neuanschaffungen muss aber drin sein. 

Alexander Radziwill