Redaktion EURODECOR Nicole Stolpmann | Redakteurin | stolpmann@meininger.de
Alexander Radziwill | Redakteur | radziwill@meininger.de
Birgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
 

 
 
Ausgabe 03-04/2022

Am 24. Februar 2022 hat der Angriffskrieg Russlands mit der Invasion der Ukraine begonnen. Die Folgen: unermessliches Leid für die Menschen vor Ort, Tod, Vertreibung und Flucht, umfangreiche Zerstörungen. Angesichts der täglichen Meldungen über immer neue Gräueltaten rücken die intensiven wirtschaftlichen Verbindungen in die Region – auch in unserer Branche – fast in den Hintergrund. Die nach Russland dürften mit Beginn des Krieges auf sehr lange Zeit größtenteils zum Erliegen gekommen sein. Über die künftigen wirtschaftlichen Verbindungen zur Ukraine (u. a. im Bereich Eichenholz) lässt sich derzeit nur spekulieren. Erste Folgen für unsere Branche zeichnen sich bereits ab, Beispiel Holzimport aus Russland, Weißrussland und der Ukraine: „Die EU hat für Weißrussland einen Importstopp verhängt, der Import ist seit dem 02.03.2022 verboten, bereits unter Vertrag stehende Ware muss spätestens bis zum 04.06.2022 im Binnenmarkt sein. Aus der Ukraine ist derzeit kein Holzimport möglich, die Möglichkeiten für den Import aus Russland werden zunehmend schwieriger“, hat der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz), Berlin, Mitte März erklärt.

Eben haben wir die Themen gestörte Lieferketten, Preisentwicklungen bei Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten etc. noch unter dem Gesichtspunkt der Pandemie diskutiert, nun kommen weitere, ganz andere Faktoren hinzu. „Es muss davon ausgegangen werden, dass die Herausforderungen auch weit ins Jahr 2022 hoch bleiben und von einer Entspannung keine Rede sein kann. Dieser Realität müssen alle Marktteilnehmer ins Auge sehen“, sagt Volkmar Halbe, der Vorsitzende des Fachverbands der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB), in der Geschichte meiner Kollegin Nicole Stolpmann (ab S. 42 der Digital- und Printausgabe). Über Holzwerkstoffe und Bodenbeläge hinaus hat zum Beispiel auch die deutsche Tapetenindustrie umfangreiche Verbindungen in die Region. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob und wie diese weitergeführt werden. Weitergeführt werden können. Wir werden für Sie darüber berichten.

Alexander Radziwill

Seiten