Redaktion EURODECORBirgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
Alexander Radziwill | Redakteur | radziwill@meininger.de
Nicole Stolpmann | Redakteurin | stolpmann@meininger.de

 
 
Ausgabe 07-08/2014

Beim Bäcker und an der Tankstelle, in der Fußgängerzone, in der U-Bahn: Überall schauen Menschen auf ihre Smartphones und Tablets. Sie lesen, hören Musik, spielen, kommunizieren, in sich und das Gerät versunken. Wer in Ihrem Umfeld hat heute kein Smartphone? Ihre Freunde fotografieren im Restaurant vielleicht ihr Essen. Sie suchen unterwegs nach einer Apotheke (zumindest so lange man Medikamente noch nicht downloaden kann), verfolgen das Elfmeterschießen am anderen Ende der Welt. Für unsere Branche führt kein Weg daran vorbei, den digitalen Weg mitzugehen, um Produkte und Leistungen dort zu zeigen, wo Menschen sich heute bewegen. In unserer Strecke zum Thema Digitale Strategien geht es darum auch nicht nur um Produktion, sondern auch um Distribution und Kommunikation. Man muss das alles nicht zwangsläufig nur gut finden. Gerade der Handel sieht in der Entwicklung auch kritische Aspekte, die von der Industrie ernst genommen werden müssen. 

„Die Verknüpfung von on- und offline birgt immer die ‚Gefahr‘, dass ein Produkt gläsern wird. Scanne ich als Endverbraucher einen Code ein, der mich direkt in einen Shop führt, liegt die Versuchung nahe, das Produkt gleich noch einmal zu googeln, um den besten Preis zu bekommen. Auch sehen sich einige Händler bedroht, wenn der Hersteller selbst seine Produkte auf diese Art und Weise mit dem eigenen Onlineshop vernetzt“, sagt Sonja Rasch, bei der Tapetenfabrik Gebr. Rasch GmbH & Co.KG in Bramsche zuständig für Social Media und E-Commerce. Dabei steht die digitale Entwicklung erst am Anfang. Demnächst werden smarte Uhren die Smartphones ablösen. Das Wischen mit dem Zeigefinger ist dann vorbei: Smartwatches erkennen den Nutzer an der Stimme, selbst wenn er Dialekt spricht. Bald werden uns keine in ihr Gerät vertieften Smartphonenutzer mehr vor den Kinderwagen und vor das Auto laufen, stattdessen reden überall Menschen auf ihr Handgelenk ein. Utopie? Lassen Sie uns in zwei Jahren noch einmal darüber sprechen. Vielleicht per Smartwatch.
Alexander Radziwill

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