Redaktion EURODECORBirgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
Alexander Radziwill | Redakteur | radziwill@meininger.de
Nicole Stolpmann | Redakteurin | stolpmann@meininger.de

 
 
Ausgabe 11/2014

Mitte Oktober haben wir auf www.eurodecor.de von einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes EuGH berichtet. „Die deutsche Praxis, nach der Bauprodukte über so genannte Bauregellisten zusätzliche nationale Genehmigungen haben müssen, selbst wenn sie bereits über ein CE-Zeichen verfügen und in anderen Mitgliedstaaten rechtmäßig vermarktet werden, verstößt gegen die europäischen Regeln des freien Warenverkehrs“, meldeten wir unter Berufung auf eine Nachricht der Europäischen Kommission. Das Urteil beziehe sich zwar auf Bauprodukte wie Türen, Tore und Wärmedämmprodukte, betreffe aber das gesamte deutsche System der Bauregellisten, hieß es dazu weiter in unserer Meldung. Mit anderen Worten: Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung AbZ und das Ü-Zeichen stehen vor dem Aus. Oder doch nicht?

Der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) teilte wenig später mit, das Urteil bringe keine Änderung der Rechtslage für die Hersteller und für die Verarbeiter von Bodenbelägen. Nach wie vor müssten elastische, textile Bodenbeläge und Laminat der EN 14041, der BauPVO – Bauprodukteverordnung und in Bezug auf VOC auch der Bauregelliste Teil B entsprechen, so der FEB. Somit seien also AbZ und Ü-Symbol neben den weiteren Vorgaben der BauPVO weiterhin gesetzlich vorgeschrieben. Der Verband der europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) erklärte, das Urteil müsse sich „auf das gesamte deutsche System der Bauregellisten auswirken“. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) begrüßte die Entscheidung. Und die Technische Kommission Bauklebstoffe (TKB) unterstrich den richtungsweisenden Charakter für Bodenbeläge und Parkett, sagte aber auch, dass das Urteil für Parkett- und Bodenbelagsklebstoffe (zunächst) irrelevant sei. Und das Deutsche Institut für Bautechnik in Berlin (DIBt)? Es schreibt auf seiner Homepage: „Die Folgerungen aus dem Urteil für das DIBt müssen nun in enger Abstimmung mit den Ländern und dem Bund beraten werden“. Und das heißt vermutlich: Fortsetzung folgt.
Alexander Radziwill

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