Redaktion EURODECORBirgit Jünger | Chefredakteurin | juenger@meininger.de
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Eurodecor 03/2014
Ausgabe 03/2014

Ende Februar hat das Bundeskartellamt gegen die Tapetenhersteller A.S. Création Tapeten AG, Gummersbach, Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG, Kirchhain, Erismann & Cie. GmbH, Breisach am Rhein, und Pickhardt + Siebert GmbH, Gummersbach sowie gegen den Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) Bußgelder in Höhe von 17 Millionen Euro verhängt. Begründung: unerlaubte Preisabsprachen. Im November 2013 hatten wir über den Ausstieg von A.S. Creátion aus dem Verband und die Rolle von Rasch in dem Kartellverfahren berichtet. Ausführlich kamen dabei beteiligte Unternehmen und auch der VDT zu Wort. Der Vorwurf damals wie heute: Zwischen 2005 und 2008 sollen zwei Mal Preiserhöhungen abgesprochen worden sein. Eingeleitet wurde das Verfahren mit einer branchenweiten Durchsuchung im November 2010 infolge eines Kronzeugenantrages der Tapetenfabrik Gebr. Rasch GmbH & Co. KG, Bramsche, gegen die in Anwendung der Bonusregelung des Bundeskartellamtes keine Geldbuße verhängt wurde.

Was sagt Rasch zum Ausgang des Verfahrens? „Wir bedauern, dass es in der Vergangenheit zu Kartellrechtsverstößen und – in der Folge – zu dem Kartellverfahren beim Bundeskartellamt gekommen ist. Die Tapetenfabrik Gebr. Rasch hat alles unternommen, um sämtliche Rechtsverstöße vollumfänglich aufzuklären und nachhaltig abzustellen. Dies war der einzige Weg, zu rechtlich einwandfreiem Verhalten zurückzukehren und drohenden Schaden von unserem Unternehmen abzuwenden“, heißt es in einer Mitteilung aus Bramsche vom Tag der Entscheidung. Der VDT begrüßt, dass nach drei Jahren Verfahrensdauer nun „endlich Klarheit“ herrsche. „Ob tatsächlich Verfehlungen vorgelegen haben, darüber gehen die Meinungen allerdings weiter auseinander. Zwei betroffene Unternehmen werden deshalb vermutlich die Entscheidung des Bundeskartellamts gerichtlich überprüfen lassen. Die Argumente des VDT wurden trotz der langen Verfahrensdauer aus unserer Sicht nicht ausreichend gewürdigt. Die Chance einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens auch für den VDT wurde durch den hektischen Verfahrensabschluss seitens des Bundeskartellamts verhindert“, heißt es im Schreiben des VDT. Fortsetzung folgt? Wir werden die Entwicklung weiter beobachten. Für heute wünschen wir Ihnen erst einmal spannende Lektüre mit dieser Ausgabe, die jede Menge Neuheiten zu bieten hat. Alexander Radziwill

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