Schmutzige Gedanken rund um Küche und Bad

Birgit M. Eckert
10/2015

„Was sind die schmutzigsten Orte in der Wohnung?“ fragt sich dieser Tage die Redaktion des Portals Netzshopping und gibt auch gleich darauf die Antwort: Küche und Bad. Als Mutter zweier Kinder bin ich ein wenig überrascht, denn ich hätte felsenfest auf Kinderzimmer getippt. Auf diesen Raum des Wahnsinns, wo Dinosaurier einträchtig mit Barbiepuppen, Bakterien und Benjamin Blümchen dank im Schreibtisch vergessener Gummibärchen und auf dem Teppich verschütteter Saftgläser gemeinsam wie bei „Nachts im Museum“ pünktlich um 24 Uhr Wiederauferstehung feiern!

Oder auf unseren Keller, wo sich seit dem Abiturzeugnis von 1988 und den Prüfungsunterlagen zum Führen eines Kraftfahrzeuges so ziemlich alles ansammelt, was man auf jeden Fall, bestimmt, vielleicht oder vielleicht auch nur eventuell noch einmal brauchen kann. So ähnlich drückt es zumindest meine bessere Hälfte aus, die strikt gegen jedes Wegwerfen und nur in Ausnahmefällen zu Ausnahmen bereit ist.  

»Die Katze kommt nie durch den Keller.«

Der Keller ist aber auch ein Mysterium der besonderen Art! Winterreifen längst verschrotteter Autos fristen ihr Dasein neben Omas silberner Weihnachtsspitze, leere Einweckgläser mit der Aufschrift „Erdbeeren 2003“ warten geduldig auf die Kirschen 2016 bzw. 2019,  batteriebetriebene Leuchtstäbe für St. Martin ohne Batterien hängen einträchtig neben Spinnennetz und Expander, während abgelaufene Erbsendosen vor einer Familienpizza-Schachtel stehen, die letztes Jahr schon zum Altpapier sollte. In all dem mittendrin: Moritz Katzenkorb, der auf den Steuerunterlagen 1993 bis 1998 steht, umgeben von Mineralwasser-Kästen, die sich alle paar Wochen nur mit taktischem Geschick und unter Einsatz des Hebelgesetzes aus ihrer Position lösen lassen, um an einem Leergutautomaten uns Lebewohl zu sagen. Unser Kater Moritz ist übrigens schon vor zwölf Jahren abgehauen.

Und wenn man sich die durchschnittliche Lebenserwartung einer Katze anschaut, ist es statistisch gesehen eher unwahrscheinlich, dass Moritz noch einmal zu uns zurückkommt. Eine Ausnahme also? Nein, nein, meint mein Mann: „Vielleicht läuft uns ja auch mal eine neue Katze zu?!“ argumentiert er gerne, wenn der nächste Spermüll ansteht. Ich kann für diese Eventualität jedenfalls nur hoffen, dass die neue Katze nicht den Weg über Kinderzimmer oder Keller ins Haus sucht. Sonst wird sie es nie schaffen! 

 

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