Deutsches Tapeten-Institut: Information nötig

Befragung erforscht Gründe für Kaufzurückhaltung
Mittwoch, 11 Oktober, 2017 - 12:45

Trotz der positiven Grundhaltung der Verbraucher gegenüber dem Produkt Wandbelag sinken die Umsätze im deutschen Tapetenmarkt oder stagnieren bestenfalls. Das Deutsche Tapeten-Institut (DTI) hat die Hemmnisse, die der Verwendung von Tapete entgegenstehen, durch das Marktforschungsinstitut Innofact untersuchen lasse. Die repräsentative Befragung „Mögliche Barrieren beim Kauf von Tapeten“ wurde im Juni durchgeführt. Obwohl demnach mehr als die Hälfte der Befragten eine Tapete für ihr Zuhause aufgrund der Optik und Haltbarkeit erwägten (56 Prozent), scheuten viele den vermeintlich hohen Arbeitsaufwand. „Insbesondere das Entfernen von Raufaser oder alten Tapeten erscheint mühsam. Vor allem junge Mieter geben an, nicht zu tapezieren, da sie glauben, streichen sei einfacher und Tapete müsse beim Auszug wieder entfernt werden. Und wer einen Profi mit dem Tapezieren beauftragen will, schätzt die Kosten für einen Handwerker zumeist als zu hoch ein (52 Prozent der Befragten)“, teilt das DTI mit. 

Offenbar, so das Institut weiter, sei vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass Mietvertragsklauseln ungültig seien, die Mietern die Entfernung der Tapeten bei Auszug aus der Wohnung vorschreiben. „Und dass der Begriff Tapete zwar bekannt ist (hundert Prozent), nicht jedoch die moderne Vliestapete und ihre Vorteile, lässt sich aus den geäußerten Hemmnissen ebenfalls schließen. Laut Studie kennen nur 41 Prozent den Begriff Vliestapete, bei der jüngeren Zielgruppe unter dreißig Jahre sind es sogar lediglich dreißig Prozent“, so das DTI weiter. Erfreulich sei, dass die Tapete den Imagewandel geschafft habe und nicht mehr als bieder oder konservativ gelte. Auch das belegten die Zahlen der Studie. Die Chance, neue Tapetenfans zu gewinnen, sei demnach groß. Allerdings bestehe großer Bedarf an Aufklärung und Information, vor allen Dingen bei Erstverwendern, erklärt das Deutsche Tapeten-Institut. (rad)