Initiative Textile Räume: Auflösung

Mitgliederschwund und fehlende Branchen-Solidarität
Freitag, 5 Januar, 2018 - 07:30

Die Initiative Textile Räume e.V. (ITR) hat im September im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung ihre Auflösung beschlossen. Die Mehrheit der Mitglieder habe sich dafür ausgesprochen, die gemeinsame PR-Arbeit trotz sehr guter Erfolge vorerst nicht weiterzuführen, heißt es dazu aus Düsseldorf. Als Gründe werden Mitgliederschwund und fehlende Branchen-Solidarität angeführt. Geplant war ursprünglich eine Neuausrichtung der ITR sowie eine verlässliche Marktstatistik für den Bereich der Wohntextilien, um belastbare Zahlen für Deko- und Bezugsstoffe (ohne Haustextilien) zu generieren. Dafür hätten sich mindestens zwanzig Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aussprechen müssen. Obwohl mehr als 120 Firmen, ITR-Mitglieder und Externe, angesprochen wurden, sei diese Zahl nicht zustande gekommen, erklärt die Initiative. Entsprechend dem Mitgliederbeschluss müsse die ITR daher aufgelöst werden. 

„Wir bedauern diesen Schritt sehr, da sich einige Mitglieder über die vergangenen drei Jahre sehr ins Zeug gelegt haben. Die ITR hat es mit der #GibDirStoff-Kampagne geschafft, Verbraucher in einer zuvor nie dagewesenen Breite und Tiefe zu erreichen und einen Imagewandel zu bewirken. Aber die Branche bringt nicht die notwendige Geduld auf, der es bedarf, um eine Veränderung im Kaufverhalten zu spüren“, so Joachim Stock, Vorsitzender des Vorstands der ITR über das Ende der Brancheninitiative. „Bedauerlich ist, dass die ITR trotz fabelhafter Ergebnisse ihre Aktivitäten einstellen muss. Aber wenn die Mehrheit der Branche nicht an einem Strang zieht, um Verbraucher für Wohnstoffe zu begeistern, fehlt es schlichtweg an dem notwendigen Budget um langfristig etwas zu bewegen“, erklärten die Vorstandsmitglieder Andreas Klenk und Thomas Schmölz. Die Presseaktivitäten der #GibDirStoff-Kampagne hatten eine Gesamtauflage von fast 18 Millionen Abdrucken erzielt. Hinzu kommen mehr als 146 Millionen Online-Aufrufe und ein Anzeigen-Äquivalenzwert von knapp vier Millionen Euro. Per Facebook wurden fünf Millionen und per Instagram 80.000 Kontakte erreicht. „Die Auflösung des Vereins wird nun zügig umgesetzt. Was mit der Marke #GibDirStoff und dem Online Magazin gib-dir-stoff.com geschieht, das neben einer Händlersuche zahlreiche umfassende Artikel, Informationen und Anregungen für Verbraucher bereit hält, ist noch nicht geklärt“, so die ITR. (rad)

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