"Wirtschaftlich ein Desaster"

Heinemann erklärt Aus für Pro Teppichboden
Mittwoch, 13 Dezember, 2006 - 11:50

Der Lenkungskreis Pro Teppichboden bei der Europäischen Teppich-Gemeinschaft (ETG) ist für die Auflösung der Initiative. Das hat der Sprecher des Kreises, Uwe Heinemann, im Gespräch mit eurodecor empfohlen. Mit rund 300 zertifizierten Partnern nach drei Jahren stünden Aufwand und Nutzen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis . Das angepeilte Ziel von insgesamt 1.500 zertifizierten Partnern sei in den ersten beiden Jahren deutlich verfehlt worden. Trotz aufwändiger Akquisebemühungen, die stets vom Lenkungskreis aktiv unterstützt wurden, konnte nicht die gewünschte und erhoffte Resonanz auf Handels- und Handwerksseite erzielt werden , so Heinemann.

Pro Teppichboden sei auf Initiative von Handel und Handwerk im Herbst 2003 nach fast dreijähriger Konzeptphase mit der klar formulierten Zielsetzung ins Leben gerufen worden, das Angebot an Qualitätsteppichböden sowie die Beratungs- und Serviceleistung in Handel und Handwerk zu verbessern. Uwe Heinemann: Alle hatten die Chance mitzumachen. Viele haben wie so oft   erst einmal abgewartet, bis es dann zu spät war. Das Produkt Teppichboden sollte für den Endverbraucher insgesamt wieder attraktiver und werthaltiger werden. Insofern glaube ich nicht, dass die Akzeptanz oder das Interesse an Pro Teppichboden zu gering war, zumindest ist uns das so nicht vom Markt reflektiert worden. Meine persönliche Einschätzung geht dahin, dass den Betrieben unter Umständen das Procedere mit Blick auf Schulungen und Zertifizierung im Geschäftsalltag zu zeitraubend und vielen offenbar zu aufwändig war.  

Die ETG hat die Initiative zum Start 2003 mit 200.000 Euro unterstützt. In den folgenden zwei Jahren sollte zusätzlich eine Million dafür ausgegeben werden. Der gesamte Aufwand einschließlich der Anschubfinanzierung aus Etatmitteln der ETG liegt bis heute bei rund 1,3 Millionen Euro. Das ist im Hinblick auf das Ergebnis wirtschaftlich ein Desaster und war folglich konsequenterweise vom Lenkungskreis nicht weiter vertretbar , so Heinemann.

Das Scheitern der Initiative werde die ETG als wichtigsten Träger aber nicht gefährden. Die Mitgliedsfirmen der ETG und Vertreter des Handels hätten der Initiative ihr Vertrauen ausgesprochen und ein klares Bekenntnis zur ETG abgelegt. Die Förderung des Qualitätsgedanken war ja immer auch die Zielsetzung der ETG. Daher hat die ETG diesbezüglich eine strategische Neuausrichtung vorgenommen, mit deren Umsetzung bereits begonnen wurde , sagte der Sprecher des Lenkungskreises. Das ganze Gespräch mit Uwe Heinemann finden Sie in der Ausgabe Dezember 2006/Januar 2007 der eurodecor.

 

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