Anker Perlon Rips

Ausgabe: 
03/2019
Homogene Ästhetik seit sechs Jahrzehnten
Seit 1959 wird das Produkt auf speziellen Webmaschinen gefertigt

Der textile Markenklassiker Perlon Rips wird 2019 sechzig Jahre alt – ein Jubiläum, auf das der Teppichboden-Hersteller Anker stolz ist. Bis heute wird das Produkt unverändert in Konstruktion und Erscheinung hergestellt.

Anker, traditionsreicher Webteppichboden-Spezialist mit Sitz im rheinischen Düren, hat sich seit der Unternehmensgründung der textilen Bodengestaltung verschrieben. Durch die Zusammenarbeit mit Architekten und Innen­architekten liegen Anker-Teppichböden weltweit in Bürogebäuden, Hotels und öffentlichen Gebäuden. 1854 als Teppichkontor von Leopold Schoeller gegründet, produziert das Familienunternehmen bis heute ausschließlich in Deutschland. Perlon Rips ist der bekannteste Objektteppichboden von Anker und vielen in der Teppichboden-Branche bekannt. Wohl kaum ein anderer Teppichboden wird seit sechzig Jahren unverändert in Konstruktion und Erscheinung hergestellt. Zum Klassiker wurde der Webteppichboden, weil er diese besondere, typisch unaufgeregte Bodengestaltung ermöglicht. Perlon Rips zeichnet zum einen eine ruhige, homogene Ästhetik aus und zum anderen eine hohe Produktqualität und Funktionalität – Eigenschaften, durch die der Bodenbelag in der Branche etabliert und bei vielen Architekten bekannt ist. 

Kompakte Struktur

Was sind die Meilensteine für den Markenklassiker in seiner sechzigjährigen Geschichte? „Das erste Großobjekt mit 26.000 Quadratmetern wurde mit dem ‚Zürich Haus‘ in Frankfurt am Main Anfang der sechziger Jahre realisiert. Das war der Durchbruch. Es folgten viele namhafte Objekte, wie beispielsweise der Deutsche Bundestag, Ministerien in Berlin, die Deutsche Bundesbank und viele Büros namhafter Firmen im In- und Ausland“, teilt der Hersteller mit. Ebenso ist Perlon Rips in hochwertigen Interior Design Hotels zu finden, unter anderem im The Qvest in Köln oder dem Room Mate Giulia in Mailand. Perlon Rips wird sehr dicht gewebt und hat deshalb eine besonders kompakte Struktur mit gerade und sehr exakt stehenden Noppen. Eben weil er im Design eher zurückhaltend auftritt, wird er weltweit von Architekten und Designern geschätzt. Basis für den besonderen Farbeindruck des Bodenbelags ist die spezifische Melange, die durch das Anker Streichgarn entsteht. Um einen Farbton zu erzeugen, mischen Designer diesen aus einzelnen Garnfarben zusammen – ein aufwändiger, kreativer Prozess, der Erfahrung und gestalterisches Können erfordert.

Perlon Rips wurde 1959 von Franz Steffens, dem damaligen Leiter der Anker-Produktentwicklung, entwickelt und wird bis heute exklusiv und vollständig bei Anker Teppichboden in Düren gefertigt. In der konsequenten Beherrschung jeder Produktions- und Prozessstufe liege das Markengeheimnis des Klassikers, so das Unternehmen. Von der Flockfärbung über die Herstellung des Anker Streichgarns bis hin zur Verwebung, die bis heute mit speziell für Anker entwickelten Webmaschinen realisiert wird. Die Mitarbeiter können dabei auf die 165-jährige Webkompetenz des Unternehmens zurückgreifen.

Das Wilton-Ruten-Webverfahren haben die Dürener im Laufe der Jahrzehnte bis zur Perfektion entwickelt. Drei Kettfadensysteme – Bindekette, Füllkette und die Polkette – werden mit dem Schussfaden auf besondere Weise zu einem dreidimensionalen Gewebe verkreuzt und fest miteinander verbunden. Diese Art des Webens in Verbindung mit dem Streichgarn soll die Haltbarkeit des Bodens, der sich durch die Benutzung weiter verdichtet und dadurch konstruktiv noch stärker stabilisiert wird, garantieren. Dies führe zu Liegezeiten von deutlich über zwanzig Jahren, so Anker. In Zeiten, in denen die nachhaltige Bauweise eines Gebäudes immer mehr an Relevanz gewinne, sei dies ein sehr überzeugendes Produktargument. Für Perlon Rips stehen zudem Emissionsprüfungen und GUT-Zertifikate zur Verfügung, ebenso wie eine EPD (Environmental Product Declaration). Diese gibt genau Auskunft über den Einfluss des Produktes auf die Umwelt.

Perlon Rips wird international verkauft. Der wichtigste Markt ist der deutschsprachige Raum. Die Kollektion ist im Lagerprogramm erhältlich. Ebenfalls sind zahlreiche Farben als Fliese oder in Modulformaten ab Lager zu haben. Zudem lässt sich das Produkt mit SonicWave, dem Anker Akustikvlies, ausstatten. Eine Besonderheit ist zudem die Kollektion Perlon Rips LCS. Sie setzt die bekannte Farbklaviatur des Architekten Le Corbusier in Teppichboden um. 63 Farben in vier verschiedenen Designs öffnen die Inspiration für Bodengestaltung. Anker wurden die Rechte an der Nutzung der Farbklaviatur für textile Bodenbeläge weltweit und exklusiv zugesprochen. Damit ist Anker, neben den italienischen Möbeldesignern von Cassina, nach eigenen Angaben das einzige Unternehmen, das eine weltweite Le Corbusier-Lizenz besitzt. Wird es Perlon Rips in sechzig Jahren noch geben? In der heutigen Zeit sechzig Jahre vorauszublicken sei unmöglich, erklärt Anker. Wenn sich aber Interieurprodukte zu Klassikern entwickelt hätten wie bei Perlon Rips, seien die Aussichten, dass die Erfolgsgeschichte noch weiter geht, sehr gut, heißt es dazu seitens des Unternehmens.

Nicole Stolpmann

Zum Klassiker wurde Perlon Rips (Foto: Anker), weil er eine besondere, ausgesprochen unaufgeregte Bodengestaltung ermöglicht. Den Webteppichboden von Anker zeichnet zum einen eine ruhige, homogene Ästhetik aus. Zudem steht das Produkt für eine hohe Produktqualität und Funktionalität.

 

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