Aspecta

Ausgabe: 
12/2014/01/2015
Der große Unbekannte wird langsam sichtbar
Handelsmarken-Beläge machten Vertex groß, nun kommt die eigene Marke

In Berlin hat sich Anfang November Aspecta als neue, globale Bodenbelagsmarke für den Objektmarkt vorgestellt. Nach dem Willen der Eigentümer, dem US-Unternehmen Vertex Group, soll Aspecta in den nächsten drei bis fünf Jahren einen Anteil von etwa zehn Prozent am 45 Millionen Quadratmeter großen europäischen LVT-Markt gewinnen.

Das klingt sehr ambitioniert, doch bereits heute deckt die Vertex Group in Europa einen fünfprozentigen Anteil am LVT-Markt ab, der mit dreißig Handelsmarken erzielt wird. Vertex ist ein international agierendes Unternehmen für die Herstellung und den Vertrieb von Bodenbelägen mit Sitz in Norwalk, Connecticut, USA. Es ist weltweit in mehr als vierzig Ländern auf fünf Kontinenten tätig, war aber bislang als Lieferant für Designbeläge in Europa quasi unsichtbar – bis jetzt.
Five, die erste Kollektion für den europäischen Objektmarkt unter der Aspecta-Flagge mit 0,7 Millimeter-Nutzschicht, wurde nun in Berlin vorgestellt. Sie umfasst 109 Fliesen und Planken mit 52 Holz-, 33 Stein- und 24 abstrak­ten Dekoren in den Formaten 601 x 601 mm (Fliesen) sowie 102 x 914 mm (Planken) in 13 Prägedekoren. Für Aspecta Five wird eine 25-jährige Produktgarantie gegeben. Das Produkt ist mit dem Ceramic Bead Coating System, einer Urethane-Versiegelung mit Micro-Glas-Einstreuung versehen, die den Belag ­extrem kratzunempfinglich machen soll. Denkbare Einsatzbereiche sind zum Beispiel der Einzelhandel, das Hotel- und Gastgewerbe, das Gesundheitswesen, Bildung und öffent­liche Gebäude. Die Kollektion trägt die CE-Kennzeichnung und die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). 
Zum europäischen Aspecta-Team gehören unter anderen Geschäftsführer Marcel Kies und Claudia Kunath, die Leiterin für Marketing und Produktentwicklung. Marcel Kies ist seit mehr als dreißig Jahren in der Bodenbelagsbranche tätig. Mehr als zwanzig Jahre war er in der Amorim Gruppe beschäftigt, unter anderem als Managing Director von Amorim Benelux und als Executive Board Director bei Amorim Revestimentos. Von den Geschäftsaussichten von Aspecta ist Kies überzeugt: „Wir werden hundertprozentig kundenfokussiert handeln und wollen uns im ersten Schritt im LVT-Objektmarkt etablieren.“ 
Vom neu gebauten Sitz der Marke Aspecta ERME im niederländischen Oud Gastel aus betreut Claudia Kunath ihr großes Aufgabengebiet – das Kürzel ERME steht für die Gebiete Europa, Russland und naher Osten. 
Wie ist der Vertrieb geregelt? „Wir werden hauptsächlich mit Vertriebspartnern – in kleineren Märkten mit einem, in größeren Märkten mit mehreren – zusammenarbeiten. Deren Arbeit werden wir ab nächstem Jahr mit Verkaufsmitarbeitern, die sich auf Ausschreibungen konzentrieren, unterstützen“, erklärte Claudia Kunath im November in Berlin. 

"Eine Lieferung von 24 bis 72 Stunden ist unser Serviceziel."

Sie bringt mehr als zwanzig Jahre Marketingerfahrung mit und hat zuvor unter anderem bei der Designbelags-Branchengröße objectflor in Köln die Bereiche internationale Produktentwicklung und Marketing für Zentraleuropa verantwortet. Die Auswahl der Aspecta-Beläge in Europa beschränkt sich derzeit auf Dryback-Varianten für das Objekt. 
Warum werden Trends wie etwa Looselay-Produkte, Klick-Varianten und der gesamte Privatbereich als Wachstumsmarkt außen vor gelassen? Claudia Kunath sagt: „Dryback wird nur der erste Schritt sein, wir steigen mit der Premiumqualität in diesem Jahr ein, aber sehr bald schon werden weitere Kollektionen, abgestimmt auf den europäischen Markt, folgen. Einer der Hauptgründe, warum es eine europäische Aspecta gibt, ist, dass wir so auf die unterschiedlichen Marktgegebenheiten reagieren können.“ 
Das sei Zielsetzung der amerikanischen Muttergesellschaft. Sowohl der Klick-Markt und auch der Privatbereich werde bereits durch Vertex über verschiedene Handelspartner in Europa abgedeckt.
Made in Europe ist derzeit ein großes Thema bei LVT – Forbo Flooring, Moduleo und Unilin Flooring sind oft genannte Beispiel. Wird Aspecta Lagerkapazitäten in Europa vorhalten, um beim Service mithalten zu können? Claudia Kunath: „Wir werden die komplette Kollektion ab Ende 2014 in den Niederlanden bei einem international tätigen Spediteur einlagern. Zusätzlich haben wir aber auch noch Zugriff auf unsere Läger in Shanghai, China, und Savannah, USA. Eine Lieferung innerhalb von 24 bis 72 Stunden ist unser Serviceziel.“ 
Aspecta präsentiert sich der europäischen Öffentlichkeit erstmals auf der Domotex im Januar in Hannover, und dann soll auch die deutschsprachige Homepage stehen. Im Gespräch mit der eurodecor kündigte Marcel Kies für die nahe Zukunft ein Außendienst-Team für Deutschland von sieben Personen an. Für 2016 sind Produkte auch für den Privatbereich geplant. Zudem werde derzeit an LVT für die Wand gearbeitet.

Alexander Radziwill

Die Kollektion Aspecta Five umfasst LVT-Fliesen und Planken für das Objekt. Peter Stone, President International Vertex Group, Claudia Kunath, Leiterin für Marketing und Produktentwicklung, Harlan Stone, CEO Vertex Group, und Marcel Kies, Geschäftsführer Aspecta ERME (v.l.n.r.) stellen sich in Berlin vor.

 

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