Bona

Ausgabe: 
10/2016
Nachhaltige Lösungen, Arbeiten mit System
Bona richtet sich strategisch neu aus und baut auf neues Standbein

Seit fast einhundert Jahren sind Parkett- und Holzböden die Leidenschaft des schwedischen Systemanbieters Bona. Jetzt richtet sich das Unternehmen mit deutschem Sitz in Limburg strategisch neu aus und setzt mit dem Bona Elastic System auf ein weiteres Standbein.

Parkett vom Einbau über die Pflege bis hin zur Renovierung ein Leben lang begleiten – dafür steht der Name Bona im Markt. „Als ein global agierender Systemanbieter sind wir spezialisiert auf Produkte rund um den Parkett- und Holzbodenbereich und bieten Produkte für die Installation, Reinigung, Pflege und Renovierung von Parkett- und Holzfußböden an“, fasst Geschäftsführer Christian Löher zusammen. „Es ist uns ein Anliegen, innovative nachhaltige Lösungen für alle Bedürfnisse von Holzböden zu entwickeln, wobei uns stets die Sicherheit unserer Kunden und die Umwelt wichtig sind.“ Das Sortiment ist umfangreich: Klebstoffe und Oberflächenbehandlungsmittel wie Versiegelung, Öle, Pflegemittel und UV-Lacke gehören ebenso dazu wie Werkzeuge und Schleifmaschinen. Alles ist ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Anforderungen des professionellen Verarbeiters. Und, ganz aktuell, das neue Elastic System, mit dem Bona zum ersten Mal seinen Kernmarkt verlässt und ein zusätzliches Geschäftsfeld mit eigenem Vertriebsteam zur Renovierung elastischer Bodenbeläge aufbaut. „Dafür haben wir unsere Firmenleitsätze und unsere Kommunikation geändert, indem wir bei unserem Logo auf den Untertitel ‚Products for wooden floors‘ verzichten. Damit wollen wir deutlich zeigen, wie stark wir hinter der neuen Produktschiene stehen“, betont Christian Löher. „Wir sehen, dass speziell der Parkettbereich in den vergangenen Jahren in Deutschland  rückläufig war, auch wenn aktuell insgesamt weltweit wieder ein ganz leichtes Plus zu verzeichnen ist. Dennoch erzielen wir bei Bona vor diesem Hintergrund jedes Jahr mehr Umsatz. Aber wir sehen natürlich auch den Trend zu den elastischen Bodenbelägen und wollen alternativ aufgestellt sein und sind offen für neue Geschäftsfelder.“ 

In den kommenden drei bis fünf Jahren soll mit dem neuen System ein Umsatz von mindes­tens drei bis fünf Millionen Euro in Deutschland erzielt werden. Um das zu erreichen, geht man auf Vertriebsseite unterschiedliche Wege. Zum einen soll Direktakquise im Bereich von Krankenhäusern und Kommunen betrieben werden.  Bona selbst ist aber kein Vertragspartner, sondern stellt das System vor und empfiehlt dann Partnerunternehmen im Handwerk. Zum anderen soll die neue Produktschiene über Gebäudereiniger, den entsprechenden Großhandel für Gebäudereinigung sowie über den Bodenbelagsgroßhandel in den Markt gebracht werden. Eines habe man allerdings, im positiven Sinne, unterschätzt: „Auch unsere angestammten Kunden, also die klassischen Parkettleger, haben ein großes Interesse am Elastic System und wollen damit arbeiten“, bemerkt Löher. Die größte Herausforderung ist laut Löher, dem Markt das Produkt an sich näher zu bringen: „Die meisten  Leute wissen, dass man einen Parkettboden renovieren kann. Aber die wenigsten wissen, dass auch elastische Bodenbeläge renoviert und wieder wie neu hergestellt werden können.“ Insgesamt realisiert die deutsche Bona-­Niederlassung mit Sitz in Limburg derzeit einen Umsatz in Deutschland von über zwanzig Millionen Euro mit Produkten rund um das Parkett und beschäftigt rund hundert Mitarbeiter, davon über dreißig alleine im Vertrieb. 

"Wir sind offen für neue Geschäftsfelder."

Die Wurzeln von Bona liegen allerdings im schwedischen Malmö. Das Familienunternehmen wurde 1919 gegründet und ist heute weltweit in mehr als neunzig Ländern durch Tochtergesellschaften und Vertriebspartner vertreten, darunter Länder wie Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Sin­gapur, Spanien und Portugal, Tschechische Republik mit Ungarn und ­Slowakei sowie die USA. Weltweit erwirtschaftet der Bona-Konzern einen Um­satz von rund 239 Millionen Euro und beschäftigt 521 Mitarbeiter. Die Produktentwicklung ist in Schweden angesiedelt, eine Ausnahme sind die Bereiche Klebstoffe und Öle, die in Deutschland ent­wickelt und produziert werden. Ein wichtiger Meilenstein in der Unternehmensgeschichte von Bona war der Verzicht auf Lösemittel im Jahr 2009. „Wir haben uns damals freiwillig entschieden, den Lösemittelmarkt in ganz ­Europa zu verlassen. Unseren Kunden, die lösemittelhaltige Klebstoffe verwendet haben, konnten wir ihre gewohnten Produkte nicht mehr anbieten, da sie durch die deutlich teureren Silan-Systeme ersetzt worden waren. Im Nachgang können wir sagen, dass das sehr gut gelungen ist, aber damals war das eine absolute Herausforderung“, erinnert sich Löher, der bereits seit zwanzig Jahren im Unternehmen tätig ist. Das Beispiel zeige, dass Bona auf innovative Produkte setze, „die eine Win-Win-Situation für uns und das Handwerk schaffen.“ Beispielsweise ganz neu ein Zwei-Komponenten-Öl, ein Bereich, in dem Bona großes Wachstumspotenzial sieht. Ebenso sei man im Maschinen- und Schleifmittel-Bereich auf einem sehr guten Weg. Und auch bei den Klebstoffen dürfen sich die Kunden in Kürze auf neue Produkte freuen. Anstatt auf die großen Branchenmessen zu gehen, veranstaltet Bona seit mehreren Jahren schon verstärkt zielgruppenspezifische Events und Veranstaltungen sowie Schulungen. „Aus meiner Sicht ist dieser Weg sehr viel effizienter und der Austausch sehr viel intensiver. Eine Ausnahme sind Messen in Branchen, auf die das Elastic System zielt und in denen uns noch keiner kennt, beispielsweise die Internationale Fachmesse für Reinigungssysteme, Gebäudemanagement und Dienstleistungen in Berlin, der Branchentreff EPF in Feucht­wangen sowie regionale Innungsveranstaltungen und Kongresse“, berichtet Löher. Für die Zukunft stehen in Limburg zwei Zielsetzungen ganz oben auf der Agenda. „Wir haben eine Mission 2020 und ein weiteres, deutliches Wachstum eingeplant, das wir ganz sicher erreichen werden. Erstens wollen wir in unserem Kernmarkt weitere Marktanteile gewinnen, und zweitens werden wir uns ein Image im Bereich Renovierung elastischer Bodenbeläge aufbauen“, ist sich Christian Löher sicher.

Nicole Stolpmann

Christina Neeb, Marketing, Geschäftsführer Christian Löher und Marketing Manager Rüdiger Weil (v.l.n.r.) wollen Bona auch als Marke für die Renovierung 
elastischer Bodenbeläge aufbauen. 

 

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