DAW

Ausgabe: 
02/2020
In fünfter Generation extrem erfolgreich
DAW in Ober-Ramstadt wurde vor 125 Jahren gegründet

Auf den Tag genau hat die DAW SE – bekannt vor allem für Caparol und Alpina – ihr 125-jähriges Firmenbestehen gefeiert. Der Baufarben- und Dämmsystemhersteller in Ober-Ramstadt ist weiter in der Hand der Familie Murjahn. Auch in Zukunft will man vom Standort Südhessen aus agieren. Im Frühjahr beginnt am Stammsitz der Bau eines hochmodernen Logis­tikzentrums. Zudem hat CEO Dr. Ralf Murjahn die Firmenzentrale um einen Verwaltungsneubau vergrößert. „Wir schauen in diesem Jahr zurück auf eine erfolgreiche Geschichte, die das solide Fundament für eine spannende ­Zukunft darstellt“, so Murjahn während des großen Festaktes am 15. Januar. Die DAW ist Deutschlands größter Baufarbenhersteller, in Europa steht sie auf Platz drei in der Branche. Die internationale Unternehmensgruppe mit deutschen Wurzeln zählt heute 33 Werke, verteilt in ganz Europa, China und seit 2013 auch in Dubai. 1,4 Milliarden Euro setzt die DAW SE mittlerweile um, beschäftigt fast 6.000 Mitarbeiter, davon mehr als 3.200 in Deutschland und allein 1.300 am Firmensitz in Ober-Ramstadt. Gegründet 1895 und seit fünf Generationen familiengeführt ist die DAW heute das größte private Unternehmen der Branche in Europa.

 

Dabei hat alles ganz bescheiden angefangen: Am 1. Januar 1895 von Robert Murjahn gegründet, hatte die Firma ihren Sitz anfangs in Ernsthofen im Odenwald. Doch schon fünf Jahre nach der Gründung wurden Fabrikation und Verwaltung nach Ober-Ramstadt verlegt. Hergestellt wurde zunächst „Murjahns Anstrich-­Pulver Amphibolin“, das mit Wasser angerührt eine Fassadenfarbe ergab, die für damalige Verhältnisse extrem wetterbeständig war. 1901 begann die DAW mit der Produktion von in kaltem Wasser löslicher geleimter Kreide unter der Marke „Alpina-Weiß“. Die Löslichkeit in kaltem Wasser war damals eine Neuigkeit und Besonderheit, die dieses Produkt von Anfang an zu einem großen Erfolg machte. Mitte der 1920er Jahre umfasste das Fabrikationsprogramm der DAW unter anderem Alpinaweiß für Decken- und Wandanstriche, Amphibolin-Pastefarben,  Eisenglimmer für Rostschutzfarben sowie streichfertige Anstrichstoffe wie Muresko Feuerschutz und Muresko Markierfarben, die als Bindemittel Wasserglas enthielten und nach heutiger Terminologie als Silikat­farben zu bezeichnen sind. 1927 tritt der Sohn von Robert Murjahn sen., Dr. Robert Murjahn, in das Unternehmen ein. Der Chemiker beeinflusst die weitere Entwicklung der Firma entscheidend: Bereits 1928 entwickelt er das wässrige Emulsionsbindemittel „Caparol“ (Bestandteile u.a. Casein, Paraffin und Holzöl), mit dessen Hilfe der ­Maler aus Pigmenten und Füllstoffen die benötigte Anstrichfarbe selbst herstellen kann. 1936 setzt Dr. Robert Murjahn erstmals eine Acryldispersion anstelle von Öl in seinem ­Caparol-Binder ein. Die „Caparol-Paste-Ölfrei“ markiert weltweit den Beginn der modernen Disper­sionsfarbentechnologie. 1954 kommt mit „Murjahns Latexfarbe“ die erste streichfertige Dispersionslatexfarbe auf den Markt.

 

Zug um Zug wird das Programm den Marktbedürfnissen angepasst und die Produktion vergrößert. Aus Platzgründen gibt es bald ein zweites Firmengelände an der Roßdörfer Straße: 1953 wird die erste Produk­tionshalle fertiggestellt, 1954 folgt ein Verwaltungsgebäude. Der Betrieb wird sukzessive ausgebaut.
Mit Blick auf das hundertjährige Bestehen genehmigte Firmenchef Dr. Klaus Murjahn Anfang der 1990er Jahre ein Investitionsvolumen von rund hundert Millionen D-Mark, um das DAW-Werk in Ober-Ramstadt umfassend zu modernisieren. Im Rückblick hat diese Runderneuerung des Standortes mit neuer Siloturmproduktion, neuem Bindemittellager, Haus des Handwerks sowie dem Neubau für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung nicht nur das Ansehen der DAW in der Branche und in der Öffentlichkeit gefördert. „Ohne diese umfangreichen In­vestitionen wäre das Geschäftsvolumen längst nicht mehr zu bewältigen gewesen“, heißt es von DAW dazu.

 
Auch in die Standorte in den neuen Bundesländern wurde kräftig investiert. Seit der Übernahme der Lacufa AG Lacke und Farben Berlin im Jahre 1992 von der Treuhandanstalt hat das Unternehmen einen Schwerpunkt in Ostdeutschland und expandierte in die osteuropäischen Märkte. 1998 eröffnete die DAW in Köthen eine hochmoderne Lackfabrik und avancierte damit zum Komplettanbieter von Farben und Lacken. In Fürstenwalde entstand ein Logistikzentrum, in Nerchau werden die Histolith-Produkte für die Baudenkmalpflege und Industriefarbpasten produziert. Der Verwaltungssitz für die Steuerung der Aktivitäten in Osteuropa und ein Schulungszentrum befinden sich in Berlin. Die DAW richtete das Augenmerk jedoch nicht nur auf Erneuerung und Ausbau der Fertigungsanlagen. Das Unternehmen unternahm zudem große Anstrengungen, seine Vertriebsstrukturen stetig zu modernisieren. Im Zuge des „Vertriebs 2000“ wurden die Gesellschaften Caparol, Capatect und Disbon zur Firma Caparol Farben Lacke Bautenschutz zusammengefasst. Damit vertraten die Vertriebsmitarbeiter das gesamte Produktsortiment. Um Synergien zu bilden, forcierte das Unternehmen im Profivertrieb die markenübergreifen­-de Zusammenarbeit. Zu den Profimarken der DAW gehören neben Caparol alsecco, Alligator, Inthermo, Disbon, Krautol, Lithodecor und Caparol Industrial Solutions. Das Angebot umfasst Farben, Putze, Lacke, Lasuren,  Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), Akustiksys­teme, dekorative Innenwandbeschichtungen, Produkte für die Baudenkmalpflege und industrielle Fertigung sowie bauchemische Beschichtungen (Bautenschutz). Die mit rund 250 Mitarbeitern größte Außendienst-Organisation der Branche vertritt damit im Profibereich geschlossen das komplette DAW-Sortiment. Die Aktivitäten im Do-it-yourself-Bereich werden von der Marke Alpina wahrgenommen. Das bekannteste Produkt ist Alpinaweiß – laut DAW Europas meistgekaufte Innenfarbe. Die DIY-Marke Alpina macht zwanzig Prozent der Umsätze aus, das Gros der Erlöse erwirtschaftet die DAW SE mit ihren Beschichtungen und Dämmstoffen für Profis.

Dr. Ralf Murjahn, CEO DAW SE, hat die Zukunft fest im Blick. So gibt es seit 2017 einen Erweiterungsbau der Firmenzentrale und auch die Produktionsabläufe werden ständig neusten Entwicklungen angepasst. (Foto: DAW)

 

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