EPLF

Ausgabe: 
06/2014
Starkes Netzwerk setzt auf Qualität
Der Verband wird zwanzig Jahre alt und feiert stilvoll in Bad Oeynhausen

Der weltweit größte Laminatbodenverband ist zwanzig Jahre jung geworden. Dass der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V., kurz und besser bekannt als EPLF,  von seinen Anfängen bis heute eine Revolution im Bodenbelagsmarkt begleitet hat, steht außer Frage.

Wir schreiben das Jahr 1994. Es ist Wahlmarathon in Deutschland. Zwanzig Mal sind die Bürger zum Urnengang aufgefordert. Roman Herzog tritt sein Amt als Bundespräsident an.   Der Begriff „peanuts“ hat gute Chancen zum Unwort des Jahres gekürt zu werden. Und der EPLF wird gegründet. 
Auch hier geht es erst einmal um peanuts – wenn auch im anderen Sinne. Denn während der Begriff peanuts aus der Welt der Banken quasi einen Millionenbetrag als Kleinigkeit abtut, setzen sich beim EPLF acht Hersteller erstmals zusammen, um ihre Interessen rund um einen neuen Bodenbelag zu bündeln, den schon bald keiner mehr als peanuts bezeichnen wird – so viele Millionen wird er umsetzen.
Doch der Reihe nach: Im Jahr 1977 erarbeitet die Firma Perstorp aus dem schwedischen Trelleborg erstmals das Konzept für einen Laminatboden, und im Jahr 1980 wird der erste Laminatboden auf HPL mit Spanplatte auf den Markt gebracht. Nach einigen technischen Lernprozessen entwickelt sich Laminat ab Anfang der 1990er Jahre dank Einführung der Direktbeschichtung zu einem der führenden Fußböden am europäischen Markt. 
Für die wachsende europäische Laminatbodenbranche wurde es damit höchste Zeit, eine eigene Interessenvertretung zu bilden: 1994 trafen sich acht namhafte europäische Herstellerfirmen in Bonn und gründeten den EPLF: Alsapan (Frankreich), Hamberger (Deutschland), Kaindl (Österreich), Meister Leisten (Deutschland – jetzt: MeisterWerke Schulte GmbH), Dekaply (Belgien), Unilin (Belgien), Vesterby (Dänemark) und Witex (Deutschland, jetzt: Windmöller Flooring) sitzen fortan gemeinsam im Boot. 
Kaum ein Bodenbelag hat in den letzten Jahrzehnten technologisch so extreme Fortschritte gemacht und weltweit in einer kurzen Zeitspanne so große Marktanteile erobert. Entsprechend ist auch der EPLF nicht nur in seiner Mitgliederzahl, sondern auch in seiner Bedeutung stetig gewachsen: In zwei Jahrzehnten hat sich der Verband zu einem starken Netzwerk für die europäische Laminatbodenbranche entwickelt. „Der EPLF versteht sich als internationale Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Hersteller von Laminatfußböden und ihrer Zulieferindustrien. Gleichzeitig verkörpert der EPLF den Anspruch, Sprachrohr dieser Branche gegenüber nationalen und transnationalen Körperschaften im öffentlichen Bereich zu sein, sei es bei der Normung oder in der Pflege internationaler Handelsbeziehungen“, heißt es von Seiten des Verbandes. 
Derzeit sind 21 europäische Hersteller aus elf Ländern und 33 Zulieferer und Dienstleister für die Laminatbodenindustrie Mitglieder im EPLF e.V. Die Zulieferer decken ein weites Spektrum ab – von Holzwerkstofflieferanten über Papierhersteller, Dekordrucker, Imprägnierer oder Chemieunternehmen bis hin zu Profilproduzenten oder Maschinenherstellern. Die EPLF-Herstellerfirmen liefern aktuell rund 55 Prozent des globalen und über achtzig Prozent des europäischen Marktangebots von Laminatböden. In 2013 haben die EPLF-Firmen stolze 463 Millionen Quadratmeter insgesamt abgesetzt. 
Damit ist der EPLF nach eigenen Angaben der größte kontinentale Branchenverband dieser Industrie weltweit und hat eine zentrale Funktion als Interessenvertretung der exportorientierten europäischen Produzenten und ihrer Zulieferer. Qualität geht den Mitgliedern dabei über alles: So können im EPLF-Verband nur europäische Herstellerfirmen eine ordentliche Mitgliedschaft erwerben, die ihre Leistungsfähigkeit zur Herstellung qualitativ und technisch einwandfreier Produkte über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr nachweisen können.
Bereits seit 2002 leitet Ludger Schindler – Nachfolger von Roland Elbracht (Witex), Göran Dannborg (Perstorp) und Ulrich Windmöller (Witex) – als umtriebiger EPLF-Präsident erfolgreich den Verband. Ebenso lange aktiv ist Dr. Theo Smet (Unilin): 2002 übernahm er das Amt des Obmanns des EPLF-Arbeitskreises Technik. Im Jahr 2008 übernahm Volkmar Halbe (Parador) die Funktion des Obmanns für den Arbeitskreis Märkte und Image. Jüngstes Mitglied im Vorstand ist seit 2012 Max von Tippelskirch (Kronotex) als zweiter Vorstandsvorsitzender. 1998 wurde Peter H. Meyer zum Geschäftsführer des EPLF e.V ernannt. Der Verbandssitz des EPLF e.V. ist seither Bielefeld.  
In den letzten zwanzig Jahren hat der EPLF vieles in der Branche bewegt. So geht beispielsweise die Einführung der ersten europäischen Norm für Laminatböden EN 13329 im Jahr 2000 auf den Verband zurück. „Der EPLF ist dank seiner engagierten Mitglieder ein starker internationaler Player und hat durch seine Aktivitäten viel zur positiven Entwicklung des Produkts Laminatboden auf den Weltmärkten beigetragen“, so Ludger Schindler. 
Und wie sieht der EPLF die Zukunft der Laminatböden, die nach Ansicht mancher ihren Zenit bereits überschritten haben? Schindler: „Laminat ist und bleibt ein erstklassiger, zukunftsfähiger Bodenbelag mit überzeugenden Gebrauchseigenschaften, hervorragender Öko-Bilanz und sehr viel kreativem Potenzial.“

Birgit Jünger

Ludger Schindler | EPLF-Präsident
»Der EPLF ist ein starker internationaler Player.«

EPLF

Gegründet: 1994
Mitglieder: z. Zt. 21 europäische Hersteller und 33 Zulieferer
Marktanteile: 55% des globalen und über 80% des  europäischen Marktes
Absatz: in 2013: 463 Mio. qm
Standorte: Verbandssitz in Bielefeld
Spektrum: europäische Laminatbodenhersteller und deren Zulieferer (z. B. Holzwerkstofflieferanten, Papierhersteller, Dekordrucker, Imprägnierer)
Weitere Infos: www.eplf.com

 

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