ifasol

Ausgabe: 
04/2015
Individuell und mit Mut zum eigenen Stil
Im hohen Norden setzt ein Konfektionär auf Service und Kundennähe

Im idyllischen Kremperheide, knapp eine Autostunde von Hamburg entfernt, ist der Sitz von ifasol. Der Konfektionär setzt in einem hart umkämpften Markt auf Service und die Erfüllung von individuellen Kundenwünschen.

Am Ortsrand, inmitten von Wohnhäusern, liegt die Zentrale von ifasol. Von der ruhigen Dorfstraße aus ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, dass hier auf rund 8.000 Quadratmetern Produktionsfläche Fertigung, Verkauf und Außendienst des Konfektionärs konzentriert sind. Norddeutsch gelassen gibt sich das Unternehmen in seiner Broschüre „Here comes the sun“: Da sind weniger Maschinen und Kollektionen als vielmehr ein Deich, ein Leuchtturm und viele Möwen zu sehen. 
Norddeutsch unaufgeregt erscheint dann auch im wahren Leben der Geschäftsführer,  leger mit offenem Hemd, ohne Krawatte, in Jeans und mit festem Händedruck. „Wir brauchten ein Instrument, um uns zu präsentieren, wenn unsere Kunden sich fragen: Mit wem arbeite ich da eigentlich zusammen?“, berichtet Ingo Fahl. Für die einzelnen Produktgattungen existierten jeweils eigene Werbematerialien, darum habe die Broschüre persönlich gehalten sein können, und eben norddeutsch. Das findet sich im Unternehmen mehrfach wieder – eine Plisseekollektion zum Beispiel heißt Deichkieker. Ingo Fahl: „Viele verbinden den Norden auch mit Urlaub, das nutzen wir und ziehen diese Linie durch.“ 
Vom Hauptsitz in Kremperheide aus beliefert ifasol mit 160 Mitarbeitern den Nordwesten von Schleswig-Holstein über Hamburg und Bremen bis nach Niedersachsen. Die Niederlassung in Rostock konzentriert sich auf Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In der Filiale, die von Frank Griese geleitet wird, sind noch einmal rund vierzig Mitarbeiter beschäftigt. Um zu den Kunden zu kommen, unterhält ifasol eine eigene Auslieferungsflotte mit 15 Transportern in Kremperheide und noch einmal zwölf in Rostock. Das Liefergebiet des Konfektionärs erstreckt sich bis ins Ruhrgebiet und nach Bayern und Baden-Württemberg.
Obwohl ifasol erst 2008 gegründet wurde, reicht die Geschichte des Unternehmens bis ins Jahr 1969 zurück. Damals bauten Ingo Fahls Eltern, Emmi und Hans-Eggert Fahl, die Firma Hefa auf. Das Unternehmen konzentrierte sich auf die Produktion und den Vertrieb von innen- und außenliegendem Sonnenschutz. 2008 erfolgte der Generationswechsel. Die Geschäftsbereiche wurden aufgeteilt und die Segmente innenliegender Sonnenschutz und Insektenschutz in das neue Unternehmen ifasol ausgegliedert. Seitdem ist Ingo Fahl, der 1992 in das Familienunternehmen eingestiegen war, Geschäftsführer von ifasol. Sein Bruder Thomas Fahl leitet heute Hefa

"Wir haben unseren eigenen Stil, der polarisiert."

ifasol konzentriert sich auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Fachhandel. Wie schafft es das Unternehmen, sich von den vielen attraktiven, oft größeren Mitbewerbern abzuheben? „Wir sind servicemäßig sehr stark, haben individuelle Kataloge und unseren eigenen Style, der polarisiert. Wir verkaufen regional, und das zwar bundesweit, aber nicht flächendeckend“, sagt Ingo Fahl.
Die Erfüllung individueller Kundenwünsche ist auch im Bereich Ladenbau die oberste Maxime, und das in Eigenproduktion. Für die Warenpräsentation hat ifasol ein Shop-System namens Raumkonzept erarbeitet, das individuell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten gestaltet werden kann – je nach Platz und produktseitigem Schwerpunkt. Es besteht aus erweiterbaren Modulsystemen und lässt sich auch in kleine Verkaufsräume integrieren, um Sicht- und Sonnenschutzlösungen gemeinsam mit Dekorationselementen zu präsentieren. Die Stilgarnituren sind die nächste Kollektion, die ifasol neu gestalten will – lieferfähig werden die Nordlichter damit ab Juni sein. Auch hier hat ifasol eine ganz eigene Linie. Ingo Fahl: „Wir haben zwar auch Metall, aber Holz ist nicht weg und stirbt auch nicht aus. Wir werden darum zwei Kataloge mit verschiedenen Segmenten machen.“ 
Auf den Holzgarnituren liegt allerdings nicht das Hauptaugenmerk – diese Sparte wird lediglich zusätzlich bedient. Ingo Fahl zielt auch mit der Stangenkollektion klar auf das Mittelsegment ab. Ihm geht es dabei nicht um „die letzten technischen Ausgefeiltheiten, die der Markt bietet“, wie der Geschäftsführer sagt. 
Ende November 2014 hat sich der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (ViS) in Wuppertal neu aufgestellt. Ingo Fahl, bis dato vier Jahre Mitglied des Vorstands, übernahm den Vorsitz von Wilhelm Hachtel (MHZ). Zuletzt gab es Uneinigkeit im Heimtex-Verband über den Umzug  nach Berlin, der eigentlich 2015 gemeinsam mit dem ViS geplant war (s. eurodecor 3/2015). Im Mai soll eine Heimtex-Mitgliederversammlung Klarheit schaffen. Welche Präferenzen hat der ViS – Berlin oder Wuppertal? „Wir werden uns beim ViS mit dem Heimtextil-Verband mit bewegen. Uns ist wichtig, dass der Service mit den Fachkompetenzen erhalten bleibt, und das ist gegeben. Ob Berlin oder Wuppertal ist dabei nicht ausschlaggebend“, meint Ingo Fahl.“

Alexander Radziwill

Ingo Fahl und die Kollektion Deichkieker: Auf großen Messen wie der R+T und der Heimtextil findet man ihn zwar als Besucher, aber nicht als Aussteller. Er bevorzugt einen engeren Kontakt zum Kunden.

 

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