imm cologne Connect Hub

Ausgabe: 
07-08/2020
"Viele wollen jetzt wieder durchstarten"
Wie man in Köln das Thema Messe in Zeiten von Corona und danach sieht
Covid 19 – und dann? Welche Wege zeichnen sich für Messebesucher und für Messemacher nach der Bewältigung der Corona-Krise ab? Die Koelnmesse will 2021 im Rahmen des Messe-Doppels imm cologne und LivingKitchen den Connect Hub vorstellen – ein „Katalysator für die Erschließung neuer und branchenübergreifender Geschäftspotenziale für vernetztes Wohnen und Leben“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Was es damit auf sich hat, wollte eurodecor-Redakteur Alexander Radziwill von Matthias Pollmann, dem Geschäftsbereichsleiter Messemanagement bei der Koelnmesse GmbH, wissen.
 
„Als interaktive Innovationswerkstatt und als Messeplattform für Networking, Wissens-transfer und Teambuilding lädt der Connect Hub Aussteller und Besucher ein, gemeinsame Lösungen zu entwickeln“, erklärt die Koelnmesse GmbH. Gefragt seien nun handfeste Strategien und konkrete Lösungswege zur Revitalisierung ganzer Branchen. Mit dem Connect Hub in der neu konzipierten Halle 1plus sollen Zukunftsentwürfe mit dem Stand der Dinge bei Forschung, Anwendungsmöglichkeiten und Angebot abgeglichen und in konkrete Geschäftsideen übersetzt werden. Die Halle soll während imm cologne und LivingKitchen als Plattform für vernetztes Wohnen und Leben dienen. Dort werden innovative Geräte-Technik und smarte Anwendungen zur Vernetzung der Küche und des Hauses präsentiert. Das Connected Home zeigt eine realistische Umsetzung von Smart Home-Technologien für Architektur und Einrichtung in inszenierten Wohnwelten.
 
Fragen, die beim Connect Hub auf den Tisch kommen, lauten: Hat die Corona-Krise Auswirkungen auf unser Wohnen und Leben? Leben wir in Zukunft nachhaltiger, und welche Auswirkungen hat dies auf ein verändertes Konsumverhalten? Wie wird Digitalisierung auf Produktebene unser Leben vereinfachen? Was sind die Potenziale der Digitalisierung und wie kann man sich die Erkenntnisse für eine andere Branche erschließen? Der Connect Hub soll Ausstellern Möglichkeiten aufzeigen, Marken und Produkte in einem kreativen und innovativen Umfeld zu positionieren. Sie sollen die Chance erhalten, inmitten des Messegeschehens in einen intensiven Austausch mit relevanten Zielgruppen und dem Fachpublikum zu treten. Der Connect Hub soll gleichzeitig Messe, Konferenz, Networking-Event und interaktive Innovationswerkstatt sein. Ausstellern und Besuchern soll er die Möglichkeit bieten, selbst zum aktiven Teil des Programms zu werden und die (digitale) Zukunft gemeinsam zu gestalten. Der Real-Labor-Charakter des Connect Hub spiegelt sich auch architektonisch in der Sonderschaufläche wider: Das runde, atrium-artige Zentrum bildet eine von vier Seiten zugängliche und auf Abstandsregeln optimierte Fishbowl-Arena. Hier finden täglich bis zu drei Eventformate statt. Regelmäßige Postings von Bildern, Videos, Snaps, Zitaten und Stories geben Echtzeit-Eindrücke vom Tag wieder, dokumentieren das Messegeschehen und machen es für eine breite Zielgruppe zugänglich. Ein moderiertes Live-Stream-Programm ermöglicht zudem allen, die während der Messezeit oder einzelner Workshop-Sessions nicht oder nicht mehr vor Ort sein können, aktiv am Connect Hub teilzunehmen.
 
Herr Pollmann, gehen Sie derzeit davon aus, die imm cologne im Januar 2021 wie geplant durchführen zu können?
Die imm cologne findet wie geplant vom 18. bis 24. Januar 2021 in Köln statt. Zurzeit arbeitet das gesamte Team an einer imm cologne, die einer ganzen Branche einen erfolgreichen Re-Start bieten soll. Wir müssen jetzt den Motor wieder anschmeißen, und ich spüre auch in der Branche bei vielen wieder eine Aufbruchstimmung. In diesen außergewöhnlichen Zeiten werden wir der Interior Branche helfen, außergewöhnliche Projekte zum Leben zu erwecken. Kaum ein Markt ist so stark und hat ein so hohes Erholungspotenzial wie der deutsche. Deshalb ist es aus meiner Sicht gerade jetzt von entscheidender Bedeutung, als Branche und als Messe zusammenzuhalten und gemeinsam Pläne zu schmieden. Um dieses Networking so sicher und so erfolgreich wie möglich zu machen, hat die Koelnmesse eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, die lückenlos ineinandergreifen und das Miteinander auf der Messe regeln. Ziel ist die professionelle Sicherheit auf höchstem Niveau und eine Umgebung zu schaffen, in dem Business wachsen kann. Unter den vier Themenwelten Show Safe, Meet Safe, Stay Safe und Visit Safe hat die Koelnmesse ihre Maßnahmen für die Gesundheit ihrer Aussteller und Besucher zusammengefasst. Sie regeln das sichere Miteinander auf der Messe und sorgen dafür, dass sich Aussteller und Besucher ganz entspannt zu einer Teilnahme entschließen können.
 

"Wir müssen jetzt den Motor wieder anschmeißen." 

Inwiefern kann eine Einrichtungs- und Möbelmesse die Frage beantworten, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf unser Wohnen und Leben hat oder haben wird? Ganz allgemein kann man sicherlich davon ausgehen, dass uns die Wohnung Sicherheit bietet und daher für uns alle wichtiger geworden ist. Die Frage ist aber, was es für unsere Wohnkultur bedeutet, wenn die intensive Nutzung digitaler Medien, die Überschneidung von Berufs- und Privatleben sowie der Wunsch nach Rückzug und Naturerlebnis innerhalb der „Komfortzone Wohnung“ zusammenkommen. Die Wohnqualität wird künftig nicht nur durch die Gestaltung der Räume, sondern auch durch die Übergänge von innen und außen bestimmt werden. Dadurch sehe ich zwei bestimmende Trends: zum einem den Trend zum Outdoor Living, also zum Sommerwohnzimmer auf Balkon, Terrasse und Garten, der durch die Erfahrung von Lockdown und sozialer Distanzierung sicherlich noch verstärkt worden ist. Der zweite dominante Trend ist das Homeoffice. Ich bin mir sicher, dass das keineswegs eine temporäre Erscheinung ist, sondern auch zukünftig erhalten bleibt. Man wird nach kompakten Lösungen suchen, die man permanent nutzen kann.

 
Der Connect Hub bildet das kommunikative Zentrum der neuen Halle 1plus. Wie würden Sie Connect Hub übersetzen? Ein Treffpunkt, ein Knotenpunkt zur Kommunikation oder auch Geschäftsanbahnung?
Mit „Connect“ haben wir für die neue Halle 1plus ein Thema gewählt, dass die Branche schon vor Corona bewegt hat. Aber gerade durch den Lockdown hat es nochmal einen ordentlichen Schub bekommen. Wir alle haben ja gemerkt, wie wir uns plötzlich mit dem Zuhause noch stärker beschäftigt haben und zwar auch, was das Thema „Smart Home“ und „Konnektivität“ angeht. Im Januar wollen wir mit dem Thema Connect nun alles, was das vernetzte Wohnen & Leben beeinflusst, in der Halle darstellen. Dazu zählen auch Unternehmen, die nicht originäre imm-Aussteller sind. Hier sollen nicht nur innovative Geräte-Technik und smarte Anwendungen zur Vernetzung der Küche und des Hauses präsentiert werden. „Connect“ ist auch die Schnittstelle zu den Branchen Energiemanagement, Mobilität, Logistik, Telekommunikation, Healthcare, Technology und Kultur. Und hier gibt es bereits eine gute Nachfrage von Ausstellerseite. Als weiteres Highlight zeigt das „Connected Home“ eine realistische Umsetzung von Smart Home-Technologien für Architektur und Einrichtung in Wohnwelten mit unterschiedlichen Szenarien. Das Thema „Connect“ wollen wir zudem ab sofort jedes Jahr bespielen, aber dann immer mit einem anderen Schwerpunkt. So könnten wir uns hier auch den Bereich Healthcare/altersgerechtes Wohnen gut vorstellen, wo ja auch unterstützende Technik eine große Rolle spielt.
 
Wir hören derzeit von vielen Unternehmen, dass sie die Messen im nächsten Jahr nicht als Aussteller besuchen werden, in erster Linie natürlich im Zusammenhang mit Corona. Haben Sie ähnliche Erfahrungen mit Absagen bei Ihren Ausstellern gemacht?
Das Feedback, das wir in unseren Gesprächen bekommen, ist sehr unterschiedlich und dabei ist es egal, ob es sich um nationale oder internationale Unternehmen handelt. Es ist zum Teil, wie gesagt, schon zu spüren, dass viele jetzt wieder durchstarten wollen und die geeigneten Formate suchen. Auf der anderen Seite spüren wir aber eine gewisse Zurückhaltung, besonders aus den Ländern, die stärker von Corona betroffen waren, wie Südeuropa oder den USA. Uns treibt aber an, mit der imm cologne 2021 eine unvergleichliche Business- und Inspirations-Plattform zu schaffen und damit unseren Beitrag zu leisten, dass die internationale Interior Branche schwungvoll ins neue Jahr starten kann.

Alexander Radziwill

Plattform: Mit dem Connect Hub in der neu konzipierten Halle 1plus sollen Zukunftsentwürfe mit dem Stand der Dinge bei Forschung, Anwendungsmöglichkeiten und Angebot abgeglichenen werden. (Foto: Koelnmesse)

 

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