Münchner Stoff Frühling

Ausgabe: 
04/2018
Viel mehr als nur schicke Stoffe
Bei eisigen Temperaturen lockte der 21. Stoff Frühling in die Showrooms

Schon vor 21 Jahren, beim ersten Münchner Stoff Frühling, galt die Maxime: hochwertig soll es sein. Längst geht es bei der jährlich wiederkehrenden Veranstaltung um mehr als nur Stoffe. Zu entdecken gab es Mitte März zahlreiche Produkte auf hohem Niveau. Von Frühling keine Spur: Die bayerische Landeshauptstadt zeigte sich diesmal schockgefrostet. Während es draußen eisig zuging, dominierten innen die warmen Farben auf Stoffen, Wandbelägen und Posamenten. „Jim Thompson ging als Geheimagent im zweiten Weltkrieg nach Thailand. Er bliebt dort und hat sich in das Land verliebt. Wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte die thailändische Seide nicht die Stellung in der Welt, die sie hat“, erklärte der Geschäftsführer der Jim Thompson Europe GmbH, Christian Schirner. Das Unternehmen ist für seinen extrovertierten Einsatz von Farbe und Design bei Dekorations- und Bezugsstoffe bekannt, so auch in einer neuen gemeinsam mit dem belgischen Designer Gert Voorjans erarbeiteten Kollektion.

"Jim Thompson ging als Geheimagent nach Thailand."

Wer die Neuheiten von Jim Thompson – und vieles andere – sehen wollte, konnte dafür mit einem Bus quer durch die Münchner Innenstadt fahren. Der Stoff Frühling findet traditionell dezentral in Showrooms statt, was den Besucher immer wieder zum Ortswechsel anregt. Diesmal waren 33 Hersteller und Editeure mit mehr als hundert Marken am Start, um sich den Raumausstattern, Inneneinrichtern, Architekten und Interior-Profis an vier Tagen mit ihren Neuheiten zu präsentieren. Sieben neue ausstellende Firmen und eine neue Location, das Priscohaus am Prinzregentenplatz, bot der 21. Stoff Frühling auf. Und im Priscohaus konnten Fachbesucher erstmals eine textile Trendshow mit dem Titel „bemerkenswert“ erkunden. Kuratiert hat sie der Hamburger Designer Pascal Walter. Er präsentierte Farben und Muster, besondere Webtechniken, außergewöhnliche Designs, aber auch textile Klassiker, für die alle 33 Aussteller ihre Stoffe, Tapeten und Teppiche eingereicht haben. Mehr als 500 Designs kamen schließlich in die Trendshow, in der unterm Strich mehr als 5.000 Farbstellungen gezeigt wurden. Einige hundert Meter weiter, in den Goldberg Studios, präsentierte sich das Unternehmen Leliévre umfangreich mit den Marken Leliévre (Einrichtungsstoffe und Accessoires), Tassinari & Chatel, Jean-Paul Gaultier, Sonia Rykiel, Cole & Son, und Missoni Home (Einrichtungsstoffe, Accessoires, Frottee, Bettwäsche und Teppiche). Zu den Ausstellern 2018 gehörten diesmal außerdem Arte, Backhausen, C&C Milano, Christian Fischbacher, Colefax and Fowler, Création Baumann, Dedar, Designers Guild, Élitis, Gastón y Daniela, Gebrüder Weishäupl, Holland & Sherry, Houlès, JAB Anstoetz, Kendix, Kinnasand by Kvadrat, Kobe, Little Greene, Loro Piana, Luiz, die marburger Tapetenfabrik, Nobilis Fontan, Nya Nordiska, Object Carpet, Osborne & Little, Pierre Frey, The Romo Group, Rubelli, Sahco, Style Library sowie Zimmer + Rohde. Der nächste Münchner Stoff Frühling findet vom 22. bis zum 25. März 2019 statt.

RAD

Zusammenarbeit mit Gert Voorjans: Jim Thompson-Geschäftsführer Christian Schirner stellte diese Kollektion und vieles weitere im Showroom in München vor.

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