Nordstil

Ausgabe: 
10/2020
Nichts ersetzt das persönliche Gespräch
Messe in Zeiten von Corona: In Hamburg wurde gezeigt, wie es gehen kann
Die Messe Nordstil ist in Hamburg Anfang September mit 300 Ausstellern und rund 5.000 Fachbesuchern zu Ende gegangen. Bei dem ersten Ordertermin für die Konsumgüterbranche seit Ausbruch der Pandemie handelte es sich auch um die erste Veranstaltung der Messe Frankfurt überhaupt, die in Deutschland seit Corona wieder stattfand.
 
Erstmals richtete die Nordstil mit dieser Ausgabe ihren Fokus auf ganz Deutschland. Ein umfangreiches Schutz- und Hygienekon-zept war Voraussetzung zur Durchführung ­der Messe. Zudem fand die Orderplattform ­für Norddeutschland und Skandinavien ohne das übliche Rahmen- und Vortragsprogramm statt. „Wir freuen uns sehr, dass die hohe Besucherqualität dieser ersten Veranstaltung nach Aufhebung des Lockdowns vor allem eins zeigt: Die Branche braucht und will Messen vor Ort. Unsere Kunden möchten Produkte anfassen, netzwerken und auf der Messe ordern und sich persönlich begegnen. Auch unter den Bedingungen des New Normal und einem sicherlich nicht ganz einfachen Neustart sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung“, sagt Philipp Ferger, Bereichsleiter Konsumgütermessen Nordstil und Tendence. Die Messe bot ein umfassendes Angebot, gegliedert in die vier Produktbereiche Haus & Garten, Stil & Design, Geschenke & Papeterie sowie Schmuck & Mode. Für den Einzelhandel ist sie der Ordertermin für das Herbst-, Winter- und Weihnachtsgeschäft sowie für das darauffolgende Frühjahr- und Sommergeschäft.
 
Zuletzt waren mehr als 20.000 Besucher auf das Hamburger Messegelände gekommen – diesmal waren es gerade mal 5.000. Das, sagt Niklas Kling vom schwedischen Unternehmen „Dreams of Sweden“, sei aber kein Problem: „Wir haben trotzdem viele neue Kunden gewonnen und sind sehr zufrieden.“ Das Unternehmen ist auf hochwertige Süßwaren mit Bezug zu Skandinavien spezialisiert und war zum ersten Mal in Hamburg mit dabei. Ebenfalls eine Premiere war die Messe für Ola Hellborg vom Kaffee- und Schokoladen-Spezialisten Fogarolli. „Es waren vielleicht nicht viele Besucher auf der Messe, aber dafür die richtigen“, sagt er. Am ersten Tag habe er eine Maske getragen, berichtet Hellborg, doch das erschwere die Kommunikation – so sei keine Mimik erkennbar. Nun trägt er ein Visier, das sei besser. Was er von den Hygiene- und Schutzmaßnahmen hält? Hellborg: „Lieber solch ein Konzept als gar keine Messe.“
 
Der Großteil der Sommer Nordstil-Aussteller setzte sich aus Unternehmen aus dem Bereich Wohnen und Dekoration sowie aus Lifestyle-Produkten von Designern und Manufakturen zusammen. Abgerundet wurde das Angebot durch Neuheiten aus Schmuck, Mode, Geschenke und Papeterie. Ein Anziehungspunkt für den Fachhandel war das Areal der Buddelhelden: Edle Weine und ausgesuchte Spirituosen konnten Besucher in der Halle A4 probieren. Die eigenen vier Wände spielen in Zeiten der Pandemie wieder eine größere Rolle, und entsprechend verschönern lassen sich diese mit den richtigen Materialien und Produkten. Auf der Nordstil zu entdecken gab es Bast, Rattan und warme, erdige Farbtöne wie Senfgelb, außerdem viele natürliche Materialien wie Holz und Stein. Kleine Dinge aus natürlichen Materialien wie Ton- oder Korbgeschirr, Untersetzer aus Stein, Textilien wie Leinen, Wolle oder Seide waren häufig zu sehen. Eine herausragende Rolle spielten außerdem Blau- und Grüntöne. Weiterhin ein Trend sind Re- und Upcycling sowie nachhaltige Materialien. Oliver Hagemann, Referent/Kommunikation beim Handelsverband Wohnen und Büro, zieht ein positives Resümee der ersten Nordstil in Corona-Zeiten: „Aus Sicht des Fachhandels war die Nach-Lockdown-Premiere der Nordstil in diesen schwierigen Zeiten ein voller Erfolg. Dank des ausgeklügelten Hygienekonzepts konnten größtenteils norddeutsche und zum Teil sogar Händler aus Nordrhein-Westfalen und Hessen neueste Trend- und Lifestyleprodukte für das wichtige Weihnachtsgeschäft sowie für das kommende Frühjahr und den Sommer erleben und ordern. Der gelungene Auftakt lässt den Handel zuversichtlich auf künftige Order- und Netzwerkplattformen blicken.“ Die nächste Winter Nordstil soll vom 16. bis 18. Januar und die Sommer Nordstil vom 24. bis 26. Juli 2021 stattfinden.

Alexander Radziwill

Die Nordstil ist eine  Orderplattform für Norddeutschland und Skandinavien. Als eine der ersten stattfindenden Konsumgütermessen seit Ausbruch der Pandemie erweiterte sie ihren Fokus Anfang September erstmals auf ganz Deutschland.
Ola Hellborg von Fogarolli war zum ersten Mal mit in Hamburg dabei.

Die Nordstil ist eine  Orderplattform für Norddeutschland und Skandinavien. Als eine der ersten stattfindenden Konsumgütermessen seit Ausbruch der Pandemie erweiterte sie ihren Fokus Anfang September erstmals auf ganz Deutschland. Unteres Bild: Ola Hellborg von Fogarolli war zum ersten Mal mit in Hamburg dabei. (Fotos: Radziwill)

 

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