Trialog

11/2017

Welche Anforderungen stellt der Verarbeiter an die Hersteller von Verlegewerkstoffen im Bereich Fußboden­technik? Spielt dabei das Thema Geruchsreklamation bei der Untergrundvorbereitung eigentlich noch eine Rolle? eurodecor hat einige Branchenvertreter dazu befragt und wirft im Schwerpunkt Verlegewerkstoffe 
(s. S. 34-41 der Printausgabe) einen ausführlichen Blick auf den Markt und seine ­neuen Produkte für technisch einwandfreie Untergründe und Verlegeergebnisse. Fest steht: Schnell, einfach und sicher müssen Spachtelmassen & Co. auf der Baustelle funktionieren, damit sie im Markt erfolgreich sind. (nst)

Jürgen Walter, Markenverantwortlicher Uzin, Ulm

Um seine Arbeitsabläufe rationell planen zu können, erwartet der Verarbeiter von qualitativ hochwertigen Produkten konstante Anwendungseigenschaften. Häufig finden sich auf den Baustellen Bedingungen, die nicht den Laborbedingungen im Herstellerwerk entsprechen. Hier sind dann die Leistungsreserven der Produkte, zum Beispiel bei der Trocknungszeit, gefordert – ein Trend, den wir bei Premium-Spachtelmassen deutlich spüren und der sich in den kommenden Jahren noch verstärken dürfte. Die stetige Produktverbesserung in diese Richtung ist daher ein permanentes Anliegen der Hersteller. Geruchsreklamationen spielen für uns keine Rolle. Weite Teile unseres Sortiments tragen den Blauen Engel und sind mit dem Emicode EC1 Plus als besonders emissionsarm zertifiziert. Dies macht sich in der Anwendung deutlich bemerkbar.

Andreas Pelz, Senior Produktmanager PCI-Gruppe, Augsburg

Die Anforderungen gehen verstärkt zu Produkten, die sicher und einfach zu verarbeiten sind und gleichzeitig schnell aushärten, damit gerade im Bereich der Sanierung das Objekt möglichst schnell wieder genutzt werden kann. Genau so viel Wert legt das Handwerk auch auf ökologisch einwandfreie Produkte mit geringen Emissionswerten. Wir haben auf diese Anforderungen frühzeitig reagiert und bieten maßgeschneiderte Produkt- und Systemlösungen. Geruchsreklamationen bei der Untergrundvorbereitung spielen aus unserer Sicht keine sehr große Rolle. Nicht auszuschließen ist natürlich, dass es beispielsweise bei bestehender Feuchtigkeit doch zu einer Geruchsbildung kommt. Sollte es zu Reklamationen infolge einer Geruchsbildung kommen, unterstützen wir unsere Handwerkskunden bei der Behebung dieses Problems.

Bernd Lesker, Leitung technischer Service Mapei, Großostheim

Der Fußboden wird heutzutage als ein gestalterisches Element wahrgenommen. Der Handwerker muss neben einer korrekten Ausführung auch eine gute Beratung liefern können. Gleichzeitig besteht ein Nachwuchs- und Fachkräftemangel. Die Zahl der Auszubildenden ist seit Jahren auf einem geringen Niveau und die Abschaffung der Meisterpflicht hat dem Handwerk sicherlich nichts Gutes getan. Dieser Diskrepanz, zwischen den Anforderungen der Endverbraucher einerseits und der Situation im Handwerk andererseits, versuchen wir durch Schulungen und Seminare an Berufsschulen oder beim Großhandel entgegenzuwirken. Neben dem Emissionsverhalten und der Innenraumluftqualität ist die Geruchsentwicklung von enormer Bedeutung für die Akzeptanz beim Nutzer. Das Nachhaltigkeits- und Gesundheitsbewusstsein ist deutlich gestiegen. 

Seiten