"Die Pro-Kopf-Wohnfläche wird um sieben Prozent steigen"

04/2016

Wie ist das Geschäftsjahr 2016 für die Hersteller von Parkett- und Laminatbodenbelägen angelaufen? Kann die positive Entwicklung im Wohnungsbau auch den Absatz von harten Bodenbelägen wie Parkett und Laminat ankurbeln? In welchen Bereichen sieht die Branche weitere Absatzmöglichkeiten? Wir haben bei der Industrie und dem Parkettverband vdp nachgefragt. Die Stimmung in den Unternehmen ist gut, denn das Jahr ist vielversprechend gestartet. Einen Überblick über die aktuellen Trends und Kollektionen in diesem Segment lesen Sie zudem in unserem Schwerpunkt zum Thema ab Seite 24 in der Print-Ausgabe der eurodecor 4/2016. 

Ludger Schindler, Geschäftsführer MeisterWerke Schulte GmbH, Rüthen

Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet, die gesamte Branche beurteilt die Entwicklung derzeit positiv. Laut der Wohnungsmarktprognose 2030 des BBSR wird die Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland bis 2030 um sieben Prozent steigen. Insgesamt sprechen wir von über 245 Millionen Quadratmetern mehr Bodenfläche in 15 Jahren. Damit haben wir wieder einen Aufwärtstrend für Bodenbeläge. Dahinter stehen maßgeblich die selbstbewohnten Immobilien. Das ist die Zielgruppe, die sich für höherwertige Böden entscheidet. Hier sehen wir gute Voraussetzungen, um mit unserem Qualitäts- und Innovations-Laminat- und Parkett zu überzeugen. Zudem liegen bei der altersgerechten Renovierung und beim hochwertigen Wohnungsneu- und -ausbau der Erben-Generation attraktive Geschäftsfelder.

Annika Windmöller, Leiterin Unternehmenskommunikation Windmöller-Gruppe, Augustdorf

Wir können mit dem Start ins Geschäftsjahr 2016 sehr zufrieden sein. Selbst in dem zuletzt stetig rückläufigen Segment Laminat konnten wir, gegen den Trend, im Handel hervor-ragende Platzierungen erreichen. Da die Bau-Entwicklung überwiegend vom Wohnungsbau, und, durch Verdichtung der Ballungsgebiete, auch vom Geschosswohnungsbau getragen wird, sind Stabilisierungs-Effekte und Nachfrage-Impulse für Parkett und Laminat gut denkbar. Mehr Einfluss auf die Marktchancen haben allerdings die „Look-a-likes“-Fußböden, die in Optik und Haptik den Holzböden nicht nachstehen, aber mit Produktvorteilen bei der Pflegeleichtigkeit oder der Raumakustik punkten wie unser Bioboden wineo 1000, den es auch in einer Home-Qualität zum Klicken und Kleben gibt.

Michael Schmid, Vorsitzender Verband der Deutschen Parkett-Industrie, Bad Honnef

Nach einer internen Verbandserhebung führte nach den ersten drei eher enttäuschenden Quartalen 2015 ein starkes viertes Quartal zu einem leicht positiven Jahresabschluss mit 1,76 Prozent Umsatzsteigerung. Dabei entwickelten sich sowohl die Eigenerzeugnisse als auch die Handelsware positiv. Gleichwohl gab der Absatz im Gesamtjahreswert aus eigener Produktion um knapp 3,5 Prozent nach. Die abgesetzte Fläche an Handelsware legte um fast neun Prozent zu. Die absatzstärksten Bereiche Mehrschichtparkett zweischichtig mit einem Plus von über zwölf Prozent und Landhausdielen dreischichtig mit einem Plus von gut 5,5 Prozent wachsen am stärksten. Dieser Erfolg innerhalb eines Quartals belegt die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen und die Wertschätzung für Parkett.

 

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