06.07.2026

Jahrestagung Deutsche Bauchemie 2026: Starke Stimme für die Bauchemie in Europa

Firmeninfos
Zur 78. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie am 25. und 26. Juni 2026 begrüßten Vorstandsvorsitzender Peter Summo und Hauptgeschäftsführerin Ina Hundhausen rund 100 Teilnehmende in Berlin. Im Mittelpunkt standen die nationale und europäische Baupolitik, die wirtschaftliche Lage der bauchemischen Branche und die strategische Positionierung des Verbandes als starke Stimme der Bauchemie in Europa.

Entsprechend dem Tagungsmotto „Bauchemie in anspruchsvollen Zeiten“ zeichnete Peter Summo in seinem Rechenschaftsbericht ein differenziertes Bild des Branchenumfelds und seiner Auswirkungen: „Geopolitische Krisen treiben Energiepreise, belasten Lieferketten und führen zu spürbaren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten. In Europa rückt die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wieder stärker in den Fokus. Das ist ein wichtiges Signal – aber es steht noch am Anfang und muss sich erst in der Praxis bewähren. Für unsere Branche entsteht daraus ein Spannungsfeld, das wir jeden Tag neu managen müssen: Auf der einen Seite steht die notwendige Transformation – hin zu mehr Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Klimaschutz. Auf der anderen Seite wächst der wirtschaftliche Druck, der die Handlungsspielräume vieler Unternehmen deutlich einschränkt.“

Peter Summo forderte vor diesem Hintergrund für die Branche klare Leitplanken, die Investitionen ermöglichen und Vertrauen schaffen. Regulierung müsse umsetzbar sein und dürfe die Unternehmen nicht überfordern. Notwendig sei „eine starke gemeinsame Stimme als Branche, die unsere Perspektive klar in die politische Diskussion einbringt und praxistaugliche Regulierungen fordert.“

Rekordtempo bei
Gesetzen aus Brüssel


Mit Blick auf die Konjunktur sprach Peter Summo von einem schwierigen Jahr 2025 für die Bauchemie. Gemäß der internen Verbandsstatistik schwankte die Umsatzentwicklung je nach Produktgruppe zwischen –6 % und +1,3 %. Geprägt wurden die Zahlen vor allem durch die Krise der Chemieindustrie insgesamt, von deren Rohstoffen die Bauchemie abhängt, sowie durch die volatile Entwicklung in der Bauindustrie. Vor diesem Hintergrund betonte Peter Summo die herausragende Bedeutung der Deutschen Bauchemie als Interessenvertretung auf nationaler und internationaler Ebene: „Die Rahmenbedingungen für unsere Mitgliedsfirmen werden immer komplexer und europäischer. Gesetze werden in Brüssel in einer Geschwindigkeit und Menge produziert, die es so noch nicht gab. Durch den demokratischen Prozess in den Verbandsausschüssen und mit Hilfe unserer Geschäftsstelle sowie dem Europabüro bringen wir unsere Position aus Industriesicht in Berlin und Brüssel ein. Neben der Gesetzgebung engagieren wir uns auch stark auf Normungsebene.“

Zu den Details dieser Prozesse verwies der Vorstandsvorsitzende auf den neuen Jahresbericht, der als Download auf der Verbandshomepage (deutsche-bauchemie.de) zur Verfügung steht und dort auch als Printversion bestellt werden kann.

Neue Kommunikationskampagne
zur Nachhaltigkeit


Hauptgeschäftsführerin Ina Hundhausen gab daran anknüpfend einen Überblick über die wichtigsten Themen in der Geschäftsstelle und in den Fachausschüssen. In den vergangenen zwölf Monaten wuchs die Mitgliederzahl der Deutschen Bauchemie um fünf Unternehmen auf 142. Die Verbandsarbeit findet in 31 Gremien statt; dort engagieren sich aktuell 295 Expertinnen und Experten aus den Mitgliedsunternehmen.

Die Deutsche Bauchemie startet in diesem Sommer eine neue Kommunikationskampagne zu Nachhaltigkeit und Effizienz, als Weiterentwicklung der 2022 gestarteten Kampagne zum Green Deal der EU. „Die neue Online-Kampagne adressiert den veränderten thematischen Fokus in Branche und Gesellschaft“, erklärte Ina Hundhausen. „Schwerpunkte sind neben Nachhaltigkeit und Effizienz, die Lebenszyklusverlängerung von Bauwerken sowie bezahlbares Bauen und Wohnen.“

Netzwerk in
Brüssel ausgeweitet


Die Deutsche Bauchemie nutzt ihr stetig erweitertes EU-Netzwerk: „2025 wurde die Deutsche Bauchemie Mitglied von Construction Products Europe, der europäischen Vertretung der Bauprodukthersteller. Mit Martin Ludescher, Geschäftsführer Regulatory and Government Affairs und Leiter des Brüsseler Büros, ist der Verband dort auch direkt im Vorstand vertreten. Zudem trat die Deutsche Bauchemie der ECO Platform bei und baute eine enge Zusammenarbeit auf. Daraus entstand unter anderem die Weiterbildung zum EPD-Communicator.“

Ina Hundhausen begrüßte, dass von einer legislativen Verschärfung der Chemikalienverordnung REACH offiziell abgesehen wurde – ein Anliegen, für das sich die Deutsche Bauchemie auf Brüsseler Ebene aktiv eingesetzt hatte. Darüber hinaus nannte sie Beispiele dafür, wie der Verband die Gesetzgebung zur Vereinfachung von EU-Recht und zum Bürokratieabbau in Brüssel aktiv begleitet. Weitere Schwerpunkte der europäischen Verbandsarbeit waren die Umsetzung der Bauproduktenverordnung, die Überarbeitung der Muster-EPDs und die kontinuierliche, zielgerichtete Bearbeitung weiterer branchenrelevanter EU-Themen.

Starke Stimme für
die Bauchemie in Europa


Diese Arbeit soll nach den Worten der Hauptgeschäftsführerin künftig weiter intensiviert werden: „Der EU-Gesetzgebungsdschungel wird komplexer und größer. Professionelle Advocacy-Arbeit in Brüssel wird immer bedeutender, damit die Stimme unserer Branche gehört wird.“ Vorstand, Geschäftsführung und Geschäftsstelle arbeiten seit 2023 an einem Strategieentwurf, wie sich die Deutsche Bauchemie künftig optimal aufstellen kann, um den weiter wachsenden Herausforderungen in Europa noch wirksamer zu begegnen. Analysiert wurden u. a. die Verbandslandschaft in Brüssel sowie die Entscheidungsprozesse der EU-Gremien mit Blick auf Inhalte und Anforderungen der bauchemischen Branche.

Aufbauend auf der erfolgreichen EU-Arbeit als nationaler Verband und dem gut vernetzten Brüsseler Europabüro will der Verband sein Engagement auf europäischer Ebene weiter stärken. „Unser Ziel als größter Bauchemieverband in Europa ist es, der Branche auf europäischer Ebene eine starke und einheitliche Stimme zu geben sowie höhere Effizienz und mehr Wirksamkeit für den gesamten Sektor zu erzielen“, erklärte Ina Hundhausen. Die Fortentwicklung der Deutschen Bauchemie wird gemeinsam mit den Mitgliedern gestaltet.

Serielles und modulares
Bauen forcieren


Den Abschluss der Jahrestagung bildete traditionell der Vortragsteil, den Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, mit einem aktuellen Blick auf die Branche eröffnete. „Zentrale Herausforderungen für die Bauindustrie sind Demographie und Produktivität. Dafür müssen wir andere Prozesse als bisher finden“, so Müller.

Er forderte eine deutlich stärkere Digitalisierung und Automatisierung, nannte die frühzeitige Einbindung der Bauwirtschaft in gesellschaftliche Prozesse als wichtigen Lösungsansatz und favorisierte für die Zukunft vor allem serielles und modulares Bauen. Die Herausforderung Klimaschutz kommentierte er mit dem Satz: „Wir können das!“

Chemiepolitik der Regierung
lässt viele Fragen offen


Ist die Chemie- und Reformagenda der Bundesregierung Wachstumsmotor oder Politikdesaster? Dieser Frage widmete sich Norbert Theihs, Geschäftsführer des VCI-Hauptstadtbüros in Berlin. „Die Chemiebranche steckt in der härtesten Krise der Nachkriegszeit. Der Kostenanstieg bei Rohstoffen, Material, Transport und Energie ist das Hauptproblem. Lieferengpässe nehmen sprunghaft zu. Kapazitäten sind nicht rentabel ausgelastet – das belastet die Branche schon seit Jahren“, erklärte Theihs.

Anhand der Schwerpunkte Energie und Klima, Innovationen und Zukunftsmärkte sowie Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit zeigte er auf, in welchen Bereichen die Aktivitäten der Politik den Anforderungen der Branche entsprechen, ihnen nur teilweise oder gar nicht gerecht werden. „Da bleibt für uns noch ein riesiges Stück Arbeit, das Ende der Diskussion ist offen“, lautete das abschließende Fazit von Norbert Theihs.

Die 79. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie findet am 24. und 25. Juni 2027 in Heidelberg statt.

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 Jahrestagung Deutsche Bauchemie 2026: Starke Stimme für die Bauchemie in Europa
Foto/Grafik: Deutsche Bauchemie
Ina Hundhausen, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Bauchemie mit den Referenten Norbert Theihs, Geschäftsführer des VCI-Hauptstadtbüros in Berlin und Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.
 Jahrestagung Deutsche Bauchemie 2026: Starke Stimme für die Bauchemie in Europa
Foto/Grafik: Deutsche Bauchemie
Die 78. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie fanf in Berlin statt.
 Jahrestagung Deutsche Bauchemie 2026: Starke Stimme für die Bauchemie in Europa
Foto/Grafik: Deutsche Bauchemie
Peter Summo, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bauchemie, zeichnete in seinem Rechenschaftsbericht ein differenziertes Bild des Branchenumfelds und seiner Auswirkungen.

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